02.05.19

Berufsbildungsbericht 2019 vorgelegt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) haben den Berufsbildungsbericht 2019 und eine Vorabversion des dazugehörigen Datenreports vorgelegt. Der Bericht informiert über die aktuellen Entwicklungen in der Berufsbildung, insbesondere die berufsbildungspolitischen  Prioritäten und Aktivitäten der Bundesregierung. Dabei werden die Ausbildungsmarktsituation 2018, aktuelle berufsbildungspolitische Maßnahmen und Programme, die berufliche Weiterentwicklung sowie der Stand und die Perspektive der beruflichen Bildung in der internationalen Zusammenarbeit in den Blick genommen.

Der Datenreport beinhaltet umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Im Zentrum stehen die Indikatoren zur beruflichen Ausbildung und zur beruflichen Weiterbildung sowie eine Darstellung der Förderung von Berufsbildungsinnovationen durch Programme, Modellinitiativen und Kompetenzzentren, außerdem internationale Indikatoren und Benchmarks.

Die Gruppe der Beauftragten der Arbeitgeber hat in ihrer Stellungnahme zum Berufsbildungsbericht auf Folgendes hingewiesen:

  • Das Engagement der Unternahmen steigt weiter an. Über 527.000 gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen bedeuten einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3,6 %. Vor zehn Jahren betrug das jährliche Angebot noch 450.000 betriebliche Ausbildungsstellen. Über 531.000 Neuverträge bedeuten einen Höchstwert innerhalb der vergangenen sechs Jahre.
     
  • Das betriebliche Angebot an Ausbildungsstellen spricht unterschiedliche Talente an. Etwa die Hälfte aller Angebote steht jungen Menschen offen, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen. Ein gutes Drittel richtet sich an Realschulabgänger und nur weniger als 10 % des Angebots wenden sich explizit an junge Menschen mit mindestens Fachhochschulreife. Dennoch stellen Hauptschulabsolventen lediglich rund ein Viertel, Absolventen mittlerer Schulabschlüsse gut 40 Prozent und Hochschulzugangsberechtige ca. 30 % aller Ausbildungsanfänger. Insbesondere Angebote für Hauptschulabsolventen bleiben aufgrund mangelnder Nachfrage unbesetzt.
     
  • Der Anteil der Auszubildenden, die nach erfolgreicher Abschlussprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden, liegt mit 74 % auf dem höchsten Wert seit 20 Jahren.
     
  • Kehrseite des aus Bewerbersicht sehr positiven Ausbildungsgeschehens ist der ungebrochene Anstieg der unbesetzt bleibenden Ausbildungsstellen. Gegenüber dem Vorjahr ist diese Zahl um fast 18 % auf über 71.000 Plätze angestiegen. Dabei machen gerade Kleinst- und Kleinbetriebe die Erfahrung, dass Ausbildungsplatzangebote – teilweise wiederholt – nicht angenommen werden. Hier besteht die Gefahr, dass sich diese Betriebe vollständig aus der Ausbildung zurückziehen.
     
  • Weiterhin nicht zufriedenstellend gelöst sind die regionalen und branchenspezifischen Passungsprobleme, welche die wesentliche Ursache dafür sind, dass Bewerber unversorgt und Stellen unbesetzt bleiben. Die Wirtschaft fordert hier weitere bildungspolitische Initiativen zur Stärkung der dualen Ausbildung. Ein Ausbau der Berufsorientierung insbesondere in der gymnasialen Oberstufe, die Förderung der regionalen und überregionalen Mobilität von Auszubildenden, beispielsweise durch Azubi-Tickets, sowie eine höhere Transparenz über die Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten tragen zur Attraktivität der beruflichen Bildung bei und verdeutlichen ihre Gleichwertigkeit zum Hochschulstudium.
     

Angesichts der Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen, gehen die Unternehmen verstärkt auf neue Zielgruppen zu. Dies sind insbesondere An- und Ungelernte über 25 Jahre und Geflüchtete. Die Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg, ihre Mitgliedsverbände und die von diesen getragenen Bildungseinrichtungen machen bei der Integration dieser Zielgruppen in Ausbildung und Arbeit beispielsweise mit Einstiegsqualifizierungen, berufsanschlussfähigen Teilqualifizierungen und Umschulungen gute Erfahrungen.

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