07.11.14

Effizienz und Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation

© Fotolia 2016 / Katarzyna Bialasiewicz photographee.eu

Gemeinsamer Workshop der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg und der PflegeZukunfts-Initiative mit Vortrag von Elisabeth Beikirch

„Wenn es uns gelingt, eine neue Grundstruktur für die Pflegedokumentation auf fachlicher und juristischer Ebene zu schaffen, die von allen Seiten angenommen wird, haben wir einen großen Schritt Richtung Entbürokratisierung getan“ – mit diesen Worten fasste Elisabeth Beikirch, Projektleiterin des Praxistests zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und ehemalige Ombudsfrau, das übergeordnete Ziel für das weitere Vorgehen zusammen.

Nach der Begrüßung durch Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), moderierte der Vorsitzende der PflegeZukunfts-Initiative, Elimar Brandt, die Veranstaltung im Haus der Wirtschaft in Berlin. Er betonte dabei, dass alle Akteure im Pflegemarkt aktiv an einer Reform der Pflegedokumentation partizipieren sollen und müssen.

Dementsprechend war das Feld der Teilnehmer breit aufgestellt. Rund 30 geladene Persönlichkeiten aus Politik und Praxis waren anwesend.

In ihrem Vortrag „Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ lieferte Elisabeth Beikirch einen ausführlichen Einblick in die Probleme der derzeitigen Pflegedokumentation und stellte ihren Lösungsansatz, das Konzept der Strukturierten Informationssammlung (SIS), vor. Es sei eine breite Reform und Umstrukturierung der heutigen Pflegedokumentation nötig, dabei müsse ein Paradigmenwechsel auf allen Ebenen stattfinden. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Joseph Laumann, habe sich die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation zu einem Schwerpunktthema seiner Politik gemacht und sich für die Unterstützung der breit angelegten Implementierungsstrategie ausgesprochen. Neben den Ländern seien auch bereits die Verbände und Versicherungsträger aktiv in das Vorhaben eingebunden, so Beikirch.

In einem anschließenden Vortrag berichteten zwei „Probanden“ des Praxistests aus Berlin über ihre Erfahrungen bei der Implementierung der SIS. Daniela Stridde vom Förderverein Heerstraße Nord e. V. Hauspflegedienst berichtete über die praktische Umsetzung in ihren Pflegeeinrichtungen. Trotz einiger unausweichlicher Umstellungsschwierigkeiten sei der Eindruck aller Beteiligten durchweg positiv gewesen. Egal wie die Entscheidung der Politik ausfällt, sie und ihre Kolleginnen und Kollegen wollen das getestete Konzept unter allen Umständen beibehalten. Auch Irena Wiszniewska von der Diakoniestation Evangelischer Johannisstift Berlin-Brandenburg bestätigte diese positive Sichtweise.

In der anschließenden Diskussion erläuterten die Teilnehmer aus ihrer Sicht relevante Aspekte bei der Umsetzung einer möglichen Reform. Neben den verantwortlichen Ministerien aus Berlin und Brandenburg betonte auch der MDK Berlin-Brandenburg seine volle Unterstützung. Wesentliche Fragen, wie der zeitliche Ablauf, die Rollenverteilung und Federführung im Umsetzungsprozess für die einzelnen Bundesländer, wurden diskutiert. Verschiedene Stimmen sprachen sich hier für einen neutralen Koordinator je Bundesland aus. Dieser Vorgang sollte nun durch die jeweiligen Landespflegeausschüsse vorangetrieben werden. Ebenso wurde festgestellt, dass ein komplementärer Ansatz hinsichtlich der Ausbildung von Pflegefachkräften, der Zertifizierung und Qualitätsprüfung durch die Politik in enger Zusammenarbeit mit den Versicherungsträgern und Verbänden erforderlich ist. Dies sei notwendig, um die Rahmenbedingungen für eine nachhaltig erfolgreiche Umsetzung einer zukunftsfähigen Pflegedokumentation zu schaffen.

In einem Punkt waren sich am Ende alle Teilnehmer einig. Es muss eine grundlegende Reform der Pflegedokumentation durchgeführt werden – die Ansätze aus dem Projekt und Praxistest unter Federführung von Elisabeth Beikirch seien hierfür der richtige Weg.

Bildmaterial zur Veranstaltung und weitere Informationen zur PflegeZukunfts-Initiative finden Sie im Internet unter www.pflegezukunfts-initiative.de

Für weitere Informationen und Rückfragen:

PflegeZukunfts-Initiative e. V.
Mag. theol. Elimar Brandt (Vorsitzender)
Tel. 030 451 988 950
Internet: www.pflegezukunfts-initiative.de
E-Mail: info@pflegezukunfts-initiative.de

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

Ihr Ansprechpartner zum Thema "Soziale Sicherung"

Alexander Schirp
Abteilungsleiter Soziale Sicherung, Arbeitsmarkt, Ausbildung
Alexander
Schirp
Telefon:
+49 30 31005-106
Telefax:
+49 30 31005-190
E-Mail:
Schirp [at] uvb-online.de

Pressekontakt

Carsten Brönstrup
Abteilungsleiter Presse und Kommunikation, Pressesprecher
Carsten
Brönstrup
Telefon:
+49 30 31005-114
Telefax:
+49 30 31005-166
E-Mail:
Broenstrup [at] uvb-online.de
Madlen Dietrich
Startup-Wirtschaft und Innovationspolitik
Madlen
Dietrich
Telefon:
+49 30 31005-206
Telefax:
+49 30 31005-166
E-Mail:
Dietrich [at] uvb-online.de