15.03.19

„Elektromobilität ist gut für die Städte.“

Wieso fahren wir nicht alle längst E-Auto? Ein Antrieb mit Strom ist wesentlich effizienter als einer mit Benzin oder Diesel. Beim Aufladen macht man sich die Finger nicht schmutzig. Elektrofahrzeuge sind leise und schnell. Sie beschleunigen phänomenal und stinken nicht. Was hindert uns also daran, elektrisch zu fahren?

Die zahlreichen Vorteile der Elektromobilität schilderte Dr. Andreas Lassota, Leiter des Produktmarketing e-Mobilität bei Volkswagen, am 1. März bei der Frühstücksdebatte Intelligente Mobilität. Er zeigte sich überzeugt: „Mit dem E-Golf kommt der Kunde schon jetzt besser durch das alltägliche Leben als mit einem Verbrenner. Spätestens mit der gerade in der Entwicklung befindlichen Fahrzeuge der ID.-Familie sind alle Hindernisse für E-Mobilität beseitigt. Die nötige Reichweite wird in den meisten Fällen erreicht und mit Schnellladen werden auch die Langstrecken ermöglicht. Wir machen das Richtige. Denn: Elektromobilität ist gut für die Städte und die Umwelt.“

„Electric für jedermann“
 

Angesichts der gesetzlichen Vorgaben zur CO2-Einsparung zeichnet sich ein baldiger Durchbruch der Elektromobilität ab. Deswegen plant Volkswagen eine regelrechte Revolution: „Electric für jedermann“. Mit der jetzt einsetzenden zweiten Welle der Entwicklung werde die E-Mobilität noch attraktiver, so Lassota. Denn die Industrie plane die neuen Fahrzeuge von vornherein als Elektroautos. In Sachen Fahrverhalten, Platz und Komfort sollen diese Autos in Zukunft die erste Wahl sein. VW will für die voraussichtlich stark anziehende Nachfrage gerüstet sein. Im Jahr 2019 stellt der Wolfsburger Konzern zahlreiche neue Elektromodelle vor, darunter die Fahrzeuge der ID-Familie. 2020 soll die Produktion hochfahren, 2025 will VW bereits 1,5 Mio. Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren. Viele davon werden bei VW Sachsen in Zwickau vom Band rollen, wo bald nur noch Elektrofahrzeuge gefertigt werden.

Wieso startet VW erst jetzt? Dies begründete Lassota damit, dass der Konzern anfänglich zu wenig Absatzvolumen eingeplant habe. Bei leistungsfähigen Batterien habe es einen Engpass gegeben. Daher baue VW jetzt massenhaft eigene Produktionskapazitäten für Batterien auf.  Lassota verwies auch auf die fehlende Nachfrage. Noch immer gebe es große Hindernisse „in den Köpfen der Menschen.“

VW plant E-Car Sharing in großem Stil
 

Und was ist mit dem dünnen Netz an Ladesäulen?  Gibt es genügend Versorgungspunkte? Geht das Laden schnell genug? Viele Mieter haben keine Chance, ein Elektroauto zuhause zu laden. In Tiefgaragen ist das Laden oft verboten. VW wird sich laut Lassota nicht am Aufbau von öffentlicher Infrastruktur für die Privat-Versorgung beteiligen. Der Konzern hat seine Händler aber verpflichtet, öffentlich zugängliche Ladepunkte anzubieten. Zudem plant VW, das Car Sharing mit Elektrofahrzeugen im großen Stil einzuführen. Um die Engpässe bei der Ladeinfrastruktur zu verringern, sollten nach Ansicht von Lassota Einzelhandel, Hotels und Wohnungsbaugesellschaften verstärkt Lademöglichkeiten anbieten. Und das Thema Private Charging / Workplace Charging sollte am besten mit einem Runden Tisch vorangebracht werden.

Nach Ansicht von Lassota ist Strom auch für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr erste Wahl. Wasserstoff sei als Antrieb nicht so effizient wie Strom und müsse mit LKW ausgeliefert werden. Dagegen sei Strom überall verfügbar. Ein Wasserstoff-Versorgungsnetz für LKW entlang der Autobahnen sei jedoch vorstellbar. Leichte Elektro-Lieferwagen für den innerstädtischen Wirtschaftsverkehr seien jetzt gefordert. Allerdings stehen die Hersteller hier offenbar vor einem Henne-Ei-Problem: Elektro-Lieferwagen werden zur Zeit noch nicht in ausreichender Zahl von den Kunden nachgefragt. Daher ist deren Produktion z.B. für Volkswagen noch nicht wirtschaftlich.

Jetzt müssen nur noch die Kunden zugreifen
 

Wie bei den Elektro-PKW geht es jetzt auch hier darum, die neuen Fahrzeuge so „schmackhaft zu machen“, dass der Kunde sie kauft. Neben der Produktqualität, die z.B. auch durch automatisiertes Laden steigen kann, ist für Lassota insbesondere die steuerliche Förderung ein sinnvoller Anreiz, der schon längst Wirkung zeige. Allerdings sollten sich die Bürger auch in Zukunft auf eine dauerhafte Förderung oder Steuernachlässe für die emissionsfreien Fahrzeuge verlassen können. Dies sei auch für Gebrauchtwagen-Käufer sinnvoll.

Wenn die Nutzer im Alltag die Vorteile der E-Mobilität spüren, davon ist Lassota überzeugt, werden sie die guten alten Verbrenner schon bald nicht mehr vermissen.

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