17.05.18

Sonderkommission "Ausbildungsplatzsituation und Fachkräftesicherung" (Soko)

Auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters tagte am 16. Mai 2018 die Sonderkommission Ausbildungsplatzsituation und Fachkräftesicherung (Soko) im Berliner Rathaus. Einmal im Jahr kommt die Soko unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und unter Beteiligung von Politik, Verwaltung, Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit zusammen, um ressortübergreifend die Situation auf dem Berliner Ausbildungsmarkt zu erörtern und grundlegende Entscheidungen zu Zielen und Maßnahmen in den Handlungsfeldern Ausbildung und Fachkräftesicherung vorzubereiten.

Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit ist die Stärkung der dualen betrieblichen Ausbildung in der Hauptstadt. Dafür hatte die Soko bereits im Jahr 2015 im Rahmen der „Berliner Vereinbarung 2015-2020“ ein Maßnahmenpaket verabredet. Nun war es Zeit für die Halbzeits-Zwischenbilanz.

Mehr Plätze, weniger qualifizierte Bewerber

Besonders erfreulich ist, dass die seitens der Wirtschaft zugesagte Steigerung des Angebots an betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüber dem Referenzjahr 2014 weit übertroffen wurde. 2.500 zusätzliche Plätze stellten die Berliner Unternehmen demnach zur Verfügung. Doch nun gilt es, dieses zusätzliche Angebot in tatsächlich geschlossene Ausbildungsverträge zu überführen. Denn was nützen neue Ausbildungsplätze, wenn diese am Ende unbesetzt bleiben? So konnten allein im vergangenen Ausbildungsjahr 1.200 Plätze nicht vergeben werden. Eine traurige Bilanz, die im neuen Ausbildungsjahr deutlich besser ausfallen soll. Auf dieses Ziel konzentrieren sich nun die gemeinsamen Anstrengungen der Akteure.

Berufsorientierung als Schlüssel

Für einen gelingenden Übergang von der Schule in die Arbeitswelt bleibt eine gute Berufsorientierung an allen weiterführenden Schulen der wesentliche Schlüssel. Dafür müssen die Jugendberufsagenturen als Akteure an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf weiter gestärkt und bereits vorhandene Unterstützungsangebote bei der Ausbildung leistungsschwacher Jugendlicher ausgebaut werden. Zudem steht auch weiterhin die Sicherung einer zeitgemäßen und qualitativ hochwertigen Ausbildung in den Unternehmen im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen.

Ein besonderes Augenmerk bei der qualitativen und quantitativen Stärkung der dualen betrieblichen Ausbildung liegt dabei künftig auf den Praktika zur Berufsorientierung und Ausbildungsvorbereitung. So verabredeten die Soko-Partner in einem Eckpunktepapier eine gemeinsame Qualitäts-, Quantitäts- und Kommunikationsoffensive zur Stärkung betrieblicher Praktika. Die wesentlichen Eckpunkte dieser Offensive sind:

  • Eine Bestandsanalyse zum Gesamtsystem aller betrieblichen Praktika
  • Die Analyse der Bedarfslage und –planung aus Sicht der Schulen und Betriebe
  • Bedingungen für das Gelingen einer guten Praktikumsvor- und -nachbereitung
  • Die Entwicklung bedarfsgerechter Praktikumsformate und Mengengerüste
  • Prüfung zeitlicher Flexibilisierung von Praktika
  • Eine berlinweite Transparenz des Gesamtsystems
  • Eine Optimierung des Matchprozesses der Akteure aus Schulen und Unternehmen
     

Nun gilt es, diese mit Leben zu füllen. Dabei übernimmt der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) die Federführung des dazu erforderlichen Prozesses. Bestehende Strukturen im Land Berlin, wie die Jugendberufsagentur und das Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung, werden in die Entwicklung und Umsetzung mit einbezogen.

#seiDUAL

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Soko-Sitzung waren der aktuelle Umsetzungsstand des dualen Abiturs/Berufsabiturs sowie der Vorstellung des Projektes #seiDUAL. Das durch das Projekt geförderte duale Abitur gilt als wichtige Qualifizierungsmaßnahme für die Fachkräftesicherung. Denn es gibt jungen Menschen mit einem mittleren Schulabschluss die Möglichkeit, innerhalb von nur vier Jahren sowohl einen Berufsabschluss als auch das Abitur zu erwerben. Pilotberufe sind im kommenden Ausbildungsjahr die Berufe Anlagenmechaniker/-in für Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie Hotelfachfrau/-mann.

Unterstützt wird das Ganze von der Ausbildungsinitiative #seiDUAL der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, die digitale und analoge Angebote rund um das Matching von Bewerbern und Ausbildungsbetrieben verbindet. Diese widmet sich insbesondere der Fachkräftesicherung in kleinen und mittelständischen Betrieben (KMU). Weitere Informationen zu der Initiative bietet die Website www.seidual.berlin.

Auch die UVB und ihre Mitgliedsverbände werden sich in den kommenden Jahren weiter für eine Stärkung der dualen betrieblichen Ausbildung einsetzen und sich dafür aktiv an den in der Soko getroffenen Verabredungen sowie vorgestellten Projekten und Initiativen beteiligen.

Pressemeldung des Berliner Senats

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Berufs- und Ausbildungspolitik
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