19.06.19Berlin

Was leistet Werkstattunterricht im Zeitalter der Digitalisierung?

Dieser Frage geht unser UVB-Experte Thoralf Marks in einem jetzt veröffentlichten Beitrag in der Zeitschrift "Forum Arbeitslehre" nach und entwickelt aus Sicht der Wirtschaft in drei Argumentationslinien Anforderungen an Schule:

  • Aus handwerklichen Lernerfahrungen werden Berufswünsche: Hier eröffnet Arbeitslehre mit ihrem zentralen Element des Werkstattunterrichts zahlreiche Möglichkeiten, sofern Werkstätten und Personal vorhanden sind und genug Unterrichtszeit eingeplant wird.
     
  • Alle Lernkanäle berücksichtigen: Zu oft zielen die Lernangebote nach wie vor auf „linkshirnige“ Lerntypen, die eher für kognitive bzw. abstrakt-verbale Angebote empfänglich sind. Lerntypen, die vorwiegend durch praktisches Tun lernen oder haptische Angebote brauchen, werden systematisch benachteiligt. Der handlungs- und praxisorientierte Ansatz von Arbeitslehre kennt diese künstliche Trennung nicht und bietet allen Lerntypen Lernangebote mit „allen Sinnen“ und Praxisbezug.
     
  • Kompetenzen für die Zukunft: Diese liegen darin, komplexe (Produktions-)Zusammenhänge und Abläufe zu verstehen, Handlungsnotwendigkeiten zu erkennen und Arbeitsprozesse individuell zu gestalten. Durch ein gut ausgeprägtes Reflexionsvermögen erkennt man Lernanlässe und gleicht mögliche Kompetenzdefizite selbstorganisiert aus. Schülerinnen und Schüler können mit fachübergreifenden bzw. interdisziplinären Lernangeboten in Projektform darauf vorbereitet werden, die auf eine zu erarbeitende Lösung oder ein Produkt ausgerichtet sind sowie individuelle und kollektive Lernwege ermöglichen.

Der kompletten Beitrag wurde in der 22. Ausgabe der Zeitschrift "Forum Arbeitslehre" veröffentlicht und ist online hier (S. 14-15) abrufbar. Die Zeitschrift wird von der Gesellschaft für Arbeit, Technik, Wirtschaft im Unterricht (GATWU) herausgegeben.

Der Beitrag wurde verfasst, nachdem das Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre (IBBA) der TU Berlin im November 2018 Gastgeberin des Bildungspolitischen Ausschusses (BIL) der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg war. Thematischer Schwerpunkt des Ausschusses war zunächst die Situation der Ausbildung und Qualifizierung von Berufsschullehrkräften in Berlin und Brandenburg (mit dem Schwerpunkt Qualifizierung für den Quereinstieg). Zudem diskutierte der BIL über die Bedeutung der WAT-Fachbereiche an den Schulen für praxisnahe Berufs- und Studienorientierung sowie über die Aus- und Weiterbildung von WAT-Lehrkräften.

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