14.11.18Berlin

Zurück in die Zukunft

Siemens investiert 600 Millionen Euro in einen Innovationscampus in Berlin - und plant eine Modellstadt für den digitalen Wandel

Siemens wird in den kommenden Jahren rund 600 Millionen Euro in Berlin investieren. Auf dem historischen Gelände in Siemensstadt soll bis zum Jahr 2030 ein völlig neuer Stadtteil entwickelt werden. Das gaben Siemens und das Land Berlin nun gemeinsam bekannt. Damit ist Berlin im Wettbewerb mit anderen hochkarätigen Wirtschaftsregionen aus aller Welt siegreich ins Ziel gegangen. Der Konzern teilte mit, für ihn sei es "das größte Entwicklungsprojekt unserer Geschichte".

UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck: „Das Vorhaben verdeutlicht, dass Siemens an seinen Gründungsort Berlin glaubt und hier die digitale Transformation des Unternehmens vorantreiben will. Das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Erweiterte Realität und 3D-Druck werden die Industrie der Zukunft prägen. Der Innovationscampus der Siemens AG wird diese positive Entwicklung weiter beschleunigen.“

Was Siemens plant

Der gemeinsamen Absichtserklärung zufolge wird  der Weltkonzern bis zu 600 Millionen Euro in das historische Gelände investieren. Das Vorhaben folgt dabei einem ebenso visionären wie erfolgreichen Vorbild: „Das Gründungskonzept der Siemensstadt 1897 bestand darin, Arbeiten, Forschen und Wohnen zu vereinen und damit eine intakte Symbiose für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Genau darum geht es uns auch in der Siemensstadt 2.0.“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser.

Das 70 Hektar große Industrieareal soll in wenigen Jahren zu einem modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten urbanen Stadtteil der Zukunft entwickelt werden. Dafür sollen Forschungs-, Fach- und Gründungszentren, sowie außeruniversitäre und wissenschaftliche Einrichtungen und deren Partnerunternehmen angesiedelt werden. Als Teil des großen Ganzen ist ein kleineres Industrie- und Wissenschaftszentrum für 60 Millionen Euro geplant. Investieren werden die Stadt, die Technische Universität Berlin, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Zudem wird Siemens nach Auskunft von Kaeser 50 000 bis 60 000 Quadratmeter mietpreisgebundenen Wohnraum bauen.

Warum Berlin?

In einem „Tagesspiegel“-Interview sagte Siemens-Vorstandsmitglied Cedrik Neike: „Es gab viele Wettbewerber und wir haben uns verschiedene Städte angeschaut. Vier Gründe waren ausschlaggebend. Erstens: Berlin ist dynamisch, Berlin steht für Erfindergeist. Jedes dritte Start-up in Deutschland hat seinen Sitz in der Stadt. Ein weiterer Grund sind die Universitäten und Forschungseinrichtungen. Drittens: Die schnelle Politik. Der Senat, Herr Müller, Wirtschaftssenatorin Pop und Kultursenator Lederer, haben uns davon überzeugt, dass sie das Projekt wirklich wollen. Viele Themen, die wir für kompliziert gehalten haben - Denkmalschutz, Baurecht und anderes - sind mit starkem Willen und in hohem Tempo angegangen worden. Und schließlich: Wir haben eine tolerante und offene Stadt gesucht, weil wir einen offenen Campus schaffen wollen.“

Früher wurden in Siemensstadt Kabel, Fernsprechgeräte, Alarmanlagen und Zentralumschalter für Telegrafenämter hergestellt. In Zukunft soll hier ein für alle offenes Ökosystem entstehen. Vielversprechende Anwendungsfelder wie dezentrale Energiesysteme und Energiemanagement, Elektromobilität, Industrie 4.0, Machine Learning, vernetzte Assets, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Data Analytics, Blockchain sowie Additive Manufacturing sollen hier den letzten Schliff erhalten.

Worauf es jetzt ankommt

Jetzt geht es darum, den guten Absichten Taten folgen zu lassen. Wie man mit visionären Ideen und Investitionen den Grundstein für eine einmalige Erfolgsgeschichte legen kann, hat Siemens schon vor 100 Jahren an gleicher Stelle gezeigt – beim Bau der Siemensstadt. Modernisiert werden müssen nicht nur die vorhandenen Industrieanlagen. Es muss vor allem für eine Infrastruktur gesorgt werden, die auf dem neuesten Stand ist.

Dabei geht es nicht nur um die Reaktivierung der seit 1980 stillgelegten Siemens-Bahn. Siemens-Vorstand Neike: „Der Campus braucht die beste Internetanbindung, die es gibt. Wir werden sehen, ob Partner 5G-Mobilfunk und Breitband liefern können. Andernfalls machen wir es selbst. Zweitens brauchen wir eine schnelle Anbindung an den künftigen Flughafen BER, am besten in 40 Minuten. Hier kann Berlin helfen, aber die Verantwortung liegt beim Bund und den Betreibern. Für uns ist beides extrem wichtig. Deutschland liegt beim Breitbandausbau international weit hinten - das soll uns in Siemensstadt nicht passieren.“

Hier ist das Land Berlin gefordert, das Projekt weiter voranzutreiben. Es kann ein Zugpferd werden, nicht nur für die beteiligten Partner, sondern auch für andere Vorhaben wie etwa die geplante Urban Tech Republic auf dem benachbarten Areal des Flughafens Tegel. Dann würde die gesamte Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg profitieren.

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