31.03.16Berlin

Duale Ausbildung – ein attraktiver Start in die berufliche Karriere

In der heißen Phase der Bewerbungen im aktuellen Ausbildungsjahr stellt Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, gemeinsam mit Vertretern der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, der Handwerkskammer Berlin, der Industrie- und Handelskammer Berlin und des Deutschen Gewerkschaftsbundes die Trends auf dem Ausbildungsmarkt vor. Die Partner sind heute zu Gast im Schokoladenhaus der Firma Rausch am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte, wo deren Auszubildende über ihren beruflichen Alltag im Konditoreihandwerk berichten.

Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, über die aktuelle Situation auf dem Berliner Ausbildungsmarkt: „Obwohl die duale Berufsausbildung viele Vorteile mit sich bringt, entscheiden sich immer noch zu wenige für diese Form der Ausbildung. Dabei gelingt der Berufseinstieg in der Regel nach erfolgreichem Berufsabschluss schneller als bei Akademikern. Nach der Ausbildung sind der beruflichen Entwicklung keine Grenzen gesetzt. Jeder, der zum Beispiel gerne mit den Händen arbeitet, kreativ ist und im Team arbeiten möchte, sollte über eine Ausbildung im Handwerk nachdenken. Die Berufe sind sehr vielseitig und bieten Ausbildungen von A wie Anlagenmechaniker/in über F wie Fotograf/in oder K wie Konditor/in bis Z wie Zahntechniker/in. Hier gilt `learning by doing`: Die duale Ausbildung kombiniert Praxis und Theorie und bietet zahlreichen jungen Menschen somit einen optimalen Einstieg in das Berufsleben. Wer später die Karriereleiter weiter hinauf klettern möchte, dem steht die Möglichkeit offen, einen Meistertitel zu erlangen oder ein Studium zu absolvieren. Eine duale Ausbildung bildet dafür eine sehr gute Grundlage.“  

Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Wer sich für eine duale Ausbildung entscheidet, hat hervorragende Aussichten auf eine gute Karriere. In Berlin gewinnt die betriebliche Ausbildung an Bedeutung. Zum einen, weil die Unternehmen in den kommenden Jahren auf viele gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind. Und zum anderen, weil wir gerade mit Hilfe einer dualen Ausbildung Geflüchtete in die Arbeitswelt integrieren können. Die Wirtschaft engagiert sich in zunehmendem Maße für die Ausbildung junger Talente. Dafür müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen. Es ist wichtig, dass sie mit dem Wandel der Arbeitswelt insbesondere im Zuge der Digitalisierung Schritt halten. Dies betrifft insbesondere die Ausstattung von Schulen und Oberstufenzentren mit Lehrern und Sachmitteln. Hier muss die Politik weitere Reformen auf den Weg bringen.“

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Berlin: "Das Angebot der Wirtschaft an Ausbildungsplätzen ist auf Rekordniveau, die Karrierechancen mit einer dualen Berufsausbildung sind so gut wie lange nicht mehr. Deshalb werbe ich bei noch unentschiedenen Jugendlichen dafür, eine duale Berufsausbildung als Alternative zu schulischen Bildungsgängen oder Studium ernsthaft in Betracht zu ziehen. Unbesetzte Ausbildungsplätze müssen der Vergangenheit angehören. Die Unternehmen haben jetzt noch die Möglichkeit, für das laufende Jahr freie Ausbildungsplätze zu melden. Die IHK Berlin unterstützt Jugendliche wie Unternehmen zum Beispiel über die Lehrstellenbörse oder mit dem Herstellen persönlicher Kontakte bei der passgenauen Besetzung."

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Das Handwerk ist wieder „in“ – das beweist die Zahl der betrieblichen Neuverträge, die gegen-über dem Vorjahr um 8,7 Prozent gestiegen ist. Das nachhaltige Ausbildungsengagement des Handwerks trägt jetzt Früchte. Auch die Imagekampagne des Deutschen Handwerks hat dazu beigetragen, die Vielzahl der Handwerksberufe bekannter zu machen. Wir werden uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern weiterhin für eine Ausbildung im Handwerk werben. Zurzeit haben wir in Berlin noch weit mehr als 500 freie Lehrstellen im Handwerk anzubieten – es lohnt sich mehr denn je, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen.“

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg: „Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell und muss weiter gestärkt werden. Leider bilden immer noch zu wenige Unternehmen Nachwuchskräfte aus. Obwohl in Berlin jeder zweite Betrieb ausbilden darf, tut das nur jeder fünfte tatsächlich. Zu viele Jugendliche bleiben ohne einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Da müssen sich manche Betriebe noch abgewöhnen, nur auf die Bewerber mit Abitur oder einem exzellenten mittleren Schulabschluss zu schauen, sondern auch schulisch schwächeren Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben. Schließlich kommen 16-Jährige Azubis nicht fix und fertig als Mitarbeiter des Monats ins Haus. Immer noch dramatisch ist die überdurchschnittliche Abbruchquote in Berlin: Jeder dritte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig gelöst. Neben einer guten Berufsorientierung liegt die Lösung für dieses Problem auch in einer besseren Qualität der Ausbildung: Drei Viertel der Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden, aber ein Viertel klagt über Mängel wie regelmäßige Überstunden und ausbildungsfremde Aufgaben. Hier müssen die Betriebe ran, um Auszubildende zu gewinnen und zu halten.“

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