26.07.17

Vereinbarkeit wirkt: Mehr Geburten bei Akademikerinnen und höhere Erwerbsbeteiligung von Müttern

Statistisches Bundesamt präsentiert Ergebnisse des Mikrozensus 2016

Die Ergebnisse des aktuellen Mikrozensus zeigen: Der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit setzt sich nicht weiter fort. Vor allem hoch qualifizierte Frauen entscheiden sich wieder häufiger dafür, Mutter zu werden. Sie kehren schneller in den Beruf zurück und arbeiten wieder öfter in Vollzeit. Dazu hat nicht zuletzt eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie beigetragen.

Während in den vergangenen Jahrzehnten die Quote der Kinderlosen bei gut ausgebildeten Frauen immer weiter angestiegen war, zeichnet sich nun eine Trendwende ab. So belegen die Ergebnisse des aktuellen Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes einen leichten Rückgang des Anteils der Kinderlosen bei 45- bis 49-jährigen Akademikerinnen auf nun 26 Prozent. Damit liegt die Kinderlosenquote bei Frauen mit akademischem beruflichen Bildungsabschluss in Deutschland jedoch weiterhin hoch.

Zudem belegen die Zahlen einen weiteren Anstieg der Kinderlosigkeit bei in Deutschland geborenen Frauen mit nicht-akademischem Bildungsabschluss. Neben der Bildung spielen aber auch regionale Unterschiede eine Rolle. So liegt die Kinderlosenquote in urbanen Gegenden deutlich höher als in ländlichen Räumen. Mit 27 Prozent im Jahr 2016 ist sie in Berlin mehr als doppelt so hoch als in Brandenburg (11 Prozent).

Ein Plus bei der Erwerbstätigkeit

Auch bei der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern konnte ein deutliches Plus verzeichnet werden. So waren 2016 bereits 44 Prozent der Mütter mit Kindern im Alter von einem Jahr erwerbstätig (2008: 36 Prozent). Hier ist eine starke Abhängigkeit der Entscheidung für die Erwerbstätigkeit mit dem Alter des jüngsten Kindes sichtbar. Denn ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht bereits mehr als die Hälfte der Mütter (58 Prozent) wieder einer Erwerbstätigkeit nach. Väter hingegen sind unabhängig vom Alter des Kindes zu 91 Prozent erwerbstätig.

Trotz des leichten Aufwärtsstrends belegen die Zahlen, dass bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch nicht das Optimum erreicht wurde. So wurde der positive Trend vorrangig durch den Ausbau der Kinderbetreuung erreicht. Doch hier gibt es noch deutlich Luft nach oben. Die Politik ist gefragt, den weiteren Ausbau von qualitativ hochwertiger und bezahlbarer Ganztagsbetreuung bedarfsgerecht voranzubringen – sowohl in der Kinderbetreuung als auch in der Schule. Die Wirtschaft leistet schon heute einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, indem Unternehmen mit unzähligen Modellen zur Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit helfen, die Kinderbetreuung neben den staatlichen Angeboten zu realisieren. 

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