10.01.18Berlin

Krankenstand erhöht sich leicht – Betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Bedeutung

Ergebnisse des 4. Länderübergreifenden Gesundheitsberichts Berlin-Brandenburg 2017

Der aktuelle Länderübergreifende Gesundheitsbericht 2017 zeigt: Beschäftigte in Berlin und Brandenburg sind im Schnitt knapp 3 Wochen jährlich arbeitsunfähig. Hochgerechnet sind das 44,7 Millionen Arbeitstage, die der Region im Jahr 2016 durch Arbeitsunfähigkeit verloren gegangen sind. Helfen kann eine gut durchdachte betriebliche Gesundheitsförderung, die an den Ursachen ansetzt und die positiven gesundheitlichen Aspekte von Arbeit stärkt.

Der Länderübergreifende Gesundheitsbericht gibt ein umfassendes und sozialversicherungsträger-übergreifendes Bild über die Gesundheit der Erwerbstätigen in der Region. Aktuell ist er in vierter Auflage erschienen. Der Bericht wertet Daten von rund 87 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin und Brandenburg aus den Jahren 2014 bis 2016 aus.

Regionale Ergebnisse

Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Der Krankenstand in der Region steigt seit 2014 leicht an. In Berlin und Brandenburg lag der gemeinsame Wert mit 5,5 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt von 5,0 Prozent. Dabei sind die regionalen Unterschiede teilweise deutlich ausgeprägt: So wiesen in Berlin die Bezirke Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf mit jeweils 6,2 Prozent sowie Spandau mit 6,1 Prozent die höchsten Krankenstände auf. Deutlich unter dem Berliner Schnitt von 5,2 Prozent lagen hingegen Friedrichshain-Kreuzberg (3,9 Prozent), Charlottenburg-Wilmersdorf (4,3 Prozent) und Mitte (4,4 Prozent). In Brandenburg lagen insbesondere die Krankenstände in Prignitz und Ostprignitz-Ruppin mit jeweils 6,6 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 5,7 Prozent (2016). Den niedrigsten Krankenstand verzeichnete Potsdam mit 5,1 Prozent. Gründe für die regionalen Unterschiede dürften in beiden Ländern vor allem in unterschiedlichen Altersstrukturen, einer unterschiedlichen sozio-ökonomische Struktur sowie in der Beschäftigung in unterschiedlichen Branchen liegen.

Am häufigsten erkrankten die Beschäftigten in Berlin und Brandenburg an Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), gefolgt von psychischen und Verhaltensstörungen sowie Atemwegserkrankungen. Insgesamt entgingen der Region in 2016 durch Arbeitsunfähigkeit 44,7 Millionen Arbeitstage. Umgerechnet ergibt sich dadurch ein Produktionsausfall in Höhe von 4,25 Milliarden Euro (2014: 3,86 Milliarden Euro, 2015: 4,07 Milliarden Euro).

Fokus Gesundheitswesen

Besondere Aufmerksamkeit legt der aktuelle Bericht auf das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen im Gesundheitswesen. In dieser für die Hauptstadtregion wirtschaftlich sehr bedeutsamen Branche (einschließlich Pflege- und Altenheimen) entfallen zehn Prozent der Beschäftigten auf Berlin, elf Prozent auf Brandenburg. Der Krankenstand ist bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen innerhalb der einzelnen Berufsgruppen unterschiedlich hoch.

Insbesondere Pflegekräfte sind stark belastet. So betrug der Krankenstand in der Berufsgruppe der Altenpflege im Jahr 2016 bei den Frauen 9,2 Prozent in Berlin und 9,1 Prozent in Brandenburg. Bei den Männern waren es 6,7 Prozent (6,4 Prozent). Hingegen war der Krankenstand in der Berufsgruppe der Human- und Zahnmediziner deutlich geringer (Männer: 1,7 Prozent, Frauen: 2,5 Prozent).

Prävention durch betriebliches Gesundheitsmanagement

Dem Trend entgegenwirken kann ein kluges betriebliches Gesundheitsmanagement. Mit Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung kann viel erreicht werden. Klug eingesetzt, tragen sie dazu bei, die positiven gesundheitlichen Potenziale der Arbeit zu stärken, Erkrankungsrisiken zu minimieren, die gesundheitliche Kompetenz der Beschäftigten zu verbessern und den Erhalt der Arbeitsfähigkeit langfristig zu gewährleisten. Bei der Einführung und Umsetzung entsprechender präventiver Maßnahmen unterstützt auch der Verband. Sprechen Sie uns gern an!

Der vierte Länderübergreifende Gesundheitsbericht kann über das Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg – HealthCapital als gedrucktes Heft bestellt werden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Ihre Ansprechpartnerin zum betrieblichen Gesundheitsmanagement

Rechtsanwältin, Carolin Vesper, Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, Arbeitsrecht
Abteilungsleiterin Soziale Sicherung
Carolin
Vesper
Telefon:
+49 30 31005-146
Telefax:
+49 30 31005-154
E-Mail:
Vesper [at] uvb-online.de

Weiterführende Informationen