23.11.20

Corona verschärft IT-Fachkräftelücke in den MINT-Berufen

MINT-Herbstreport 2020 veröffentlicht

Das Institut der Wirtschaft in Köln erstellt im Auftrag von BDA, BDI, Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ halbjährlich den MINT-Report zur Lage des MINT-Arbeitsmarktes.

Lockdown im Frühjahr reduziert MINT-Fachkräftelücke

Der Lockdown im Frühjahr hatte einen starken Einfluss auf die Entwicklung der MINT-Fachkräftelücke. Bis in den Juli ist die Lücke deutlich geschrumpft. Durch die danach bis in den Oktober anziehende Fachkräftenachfrage ist sie wieder größer geworden. Der erneute Lockdown im November wird die MINT-Fachkräftelücke wieder verringert haben. Je schneller der zweite Lockdown gelockert wird, um so schneller und stärker wird auch die MINT-Fachkräftelücke wieder wachsen.

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist die MINT-Fachkräftelücke insgesamt stark gesunken. Der Rückgang trifft alle Qualifikationsniveaus, mit der Produktion verknüpfte Fachkräfte allerdings stärker als in Forschung und Entwicklung tätige Experten. Im Bereich der MINT-Fachkräfte sinkt die Lücke im Oktober 2020 auf 33.300 Personen, das sind 70,8 Prozent weniger als im Durchschnitt der letzten Jahre. Bei den MINT-Spezialisten geht die Lücke im gleichen Zeitraum um 53,4 Prozent zurück, bei MINT-Experten um 29,8 Prozent.

Am stärksten betroffen sind die Metallverarbeitung und der Maschinen/Fahrzeugbau mit einem Minus von 95,4 bzw. 89,3 Prozent. Sogar um plus 16,8 Prozent gewachsen ist die Lücke bei den Bauberufen. Deutlich gestiegen ist mit plus 24 Prozent auch der Anteil der IT-Berufe an der Fachkräftelücke. Seit 2012 ist die Beschäftigtenzahl in den IT-Berufen bis zum ersten Quartal 2020 bundesweit um knapp 43 Prozent gestiegen. In Brandenburg sind 2020 knapp 9.000 IT-Beschäftigte tätig, rund 41 Prozent mehr als noch 2012. Mehr als doppelt so stark ist im gleichen Zeitraum mit plus 87,3 Prozent die Zahl der IT-Beschäftigten in Berlin gestiegen. Im ersten Quartal 2020 sind hier rund 55.000 Personen tätig gewesen.

MINT-Fachkräfte werden immer älter, internationaler und weiblicher

Der Anteil der älteren Beschäftigten an allen MINT-Beschäftigten steigt seit Jahren. In Berlin liegt der Anteil der älteren Beschäftigten bei 18,8 Prozent, Brandenburg hat mit 25,8 Prozent bundesweit den größten Anteil älterer Beschäftigter. Von den 10 Landkreisen mit dem größten Anteil älterer Beschäftigter ab 55 Jahren stammen 6 aus Brandenburg. Am größten ist der Anteil mit 34,8 Prozent im Landkreis Spree-Neiße. Mit dem steigenden Anteil älterer Beschäftigter steigt in beiden Ländern auch die Erwerbstätigenquoten zwischen 55 und 64 immer weiter an.

Gestiegen ist unter den MINT-Beschäftigten zuletzt der Ausländeranteil, besonders stark der Anteil von Nicht-EU Ausländern. In Brandenburg stammen 5,3 Prozent aller MINT-Fachkräfte aus dem Ausland, in Berlin 15,1 Prozent.

Auch der Anteil der Frauen an allen MINT-Beschäftigten steigt weiter konstant an. Brandenburg liegt hier mit 15,2 Prozent im Mittelfeld, in Berlin ist der Anteil der Frauen an allen MINT-Beschäftigten mit 20,9 Prozent deutlich am größten.

Der MINT-Herbstreport 2020 in hier online abrufbar.

Der Report

Digitale Bildung
MINT-Herbstreport 2020

Gutachten des Institut der Wirtschaft im Auftrag von BDA, BDI, Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen"

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