30.10.14

Berliner Ausbildungsstellenbilanz 2014

Anfang September startete das neue Ausbildungsjahr. Auch in Berlin haben viele junge Menschen ihre Berufsausbildung begonnen und sind damit in einen neuen Lebensabschnitt eingetreten.Jutta Cordt, die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, hat heute die Zahlen des Ausbildungsmarktes 2014 vorgestellt und gemeinsam mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Berlin, der Handwerkskammer Berlin, der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg und des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bilanz gezogen.

Bei den Berliner Arbeitsagenturen und Jobcentern meldeten sich von Oktober 2013 bis September 2014 20.913 Jugendliche, um mit Unterstützung der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz zu finden. Das waren 1.180 junge Ausbildungsbewerber weniger als im letzten Jahr (-5,3 Prozent). Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen ging um 111 Stellen auf 12.070 zurück (-0,9 Prozent). Ende September waren noch 1.505 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, und damit 7 weniger als im September 2013 (0,5 Prozent). Gleichzeitig waren 643 betriebliche Ausbildungsstellen noch unbesetzt, das waren 42 weniger als im September letzten Jahres (-6,1 Prozent).

Von den 14.416 gemeldeten Lehrstellen wurden die meisten für eine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel (1.016), als Kaufmann für Büromanagement (783) und als Verkäufer (549) angeboten. Nach wie vor setzen junge Frauen und Männer ihre Lehrstellenprioritäten und suchen nach Wunschberufen. So stand 2014 bei der Ausbildungssuche junger Frauen beispielsweise der Wunsch nach einer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, zur Verkäuferin und zur Kauffrau im Einzelhandel auf den ersten drei Plätzen der Suche. Bei den Wunschberufen junger Männer lagen der Kaufmann im Einzelhandel, der KFZ-Mechatroniker und der Verkäufer ganz vorne.

Alle Partner am Ausbildungsmarkt unterstreichen, dass es das gemeinsame Ziel ist, keinen Ausbildungsplatz unbesetzt zu lassen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es für Jugendliche noch gute Chancen gibt, denn die 643 noch unbesetzten Ausbildungsstellen kommen aus den verschiedensten Branchen. Beispielsweise aus dem Bereich der Elektro- und Energietechnik (31),Sanitär, Heizung, Klimatechnik (20), aus der Reinigungsbranche (43) und der Logistik (15) sowie aus dem Handel und Verkauf (79) und der Gastronomie (82).

Jutta Cordt, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der BA: „Die vorgelegte Bilanz am Berliner Ausbildungssituation zeigt, dass wir viele junge Menschen beim Einstieg in ihr Berufsleben erfolgreich unterstützen konnten. Dennoch sind Lehrstellen unbesetzt und Jugendliche unversorgt. Um noch möglichst viele Jugendliche auch jetzt noch in eine Ausbildung zu vermitteln, sollten Arbeitgeber, die ihre freien Ausbildungsstellen bisher noch nicht besetzen konnten, spätestens jetzt auch schulschwächeren Bewerbern eine Chance im Auswahlverfahren geben. Oft zeigt sich erst auf den zweiten Blick, dass Jugendliche insbesondere Fleiß und Motivation in der Praxis mitbringen und einen guten Job in der Ausbildung machen. Wir unterstützen mit ausbildungsbegleitenden Hilfen – eine Art Nachhilfeunterricht -, wenn sich in der Ausbildung Defizite zeigen. Auf der anderen Seite sollten sich die jungen Menschen, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, schnellstmöglich mit ihrem Berufsberater in Verbindung setzen und gemeinsam mit ihm Alternativen zum Wunschberuf suchen. Wenn sie sich in der Berufswahl breiter aufstellen und auch Mobilität beweisen, sehen die Chancen auf einen kurzfristigen Erfolg bei der Suche nach einer Berufsausbildung besser aus.“

Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Noch immer sind in der Hauptstadtregion zu viele Ausbildungsplätze unbesetzt und fast ebenso viele Bewerber unversorgt. Als Unternehmensverbände arbeiten wir deshalb intensiv daran, die regionalen Unternehmen beim weiteren Ausbau ihres Ausbildungsengagements zu unterstützen sowie die duale Ausbildung als Karrierechance für Jugendliche wieder attraktiv zu machen. Ein für uns wichtiges Handlungsfeld ist dabei die Berufsorientierung. Diese muss bereits frühzeitig in der Schule ansetzen, betriebsnah gestaltet werden und die Jugendlichen während der gesamten Übergangsphase von der Schule in den Beruf systematisch begleiten."

IHK-Bildungsgeschäftsführer Dr. Thilo Pahl gibt ein Ausbildungsversprechen: "Jeder, der kann und will, bekommt in Berlin ein Ausbildungsangebot. Die Ausbildungsfähigkeit und -willigkeit sicherzustellen, ist nicht weniger als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Die Familie kann für die Motivation und die Softskills sorgen, die Schule muss Orientierung schaffen und besondere Talente zutage fördern, die Berliner Wirtschaft bietet eine Perspektive und den Einstieg in eine Karriere. Das aktuelle Ausbildungsjahr hat sich im Bereich von Industrie, Handel und Dienstleistungen besser entwickelt als zu Jahresbeginn erwartet. Die Zahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge ist nur um 1,3 Prozent zurückgegangen - bei einem deutlich größeren Bewerberrückgang um 6 Prozent. Im gewerblich-technischen Bereich stieg die Zahl der betrieblichen Neuverträge sogar um erfreuliche 8 Prozent. Fazit: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt der Berliner Ausbildungsmarkt stabil - wir erkennen daran, dass die Vielzahl von Maßnahmen, um junge Bewerber und freie Ausbildungsplätze zusammen zu bringen, zu greifen beginnen."

Ulrich Wiegand, Geschäftsführer der HWK Berlin: „Eine hohe Qualität der betrieblichen Ausbildung ist die beste Werbung, um den geeigneten Lehrling zu gewinnen und ihn erfolgreich auszubilden. Die Ausbildung Jugendlicher stellt zunehmend höhere Anforderungen an das Ausbildungspersonal. Rund 300 Ausbilderinnen und Ausbilder haben in den letzten 12 Monaten im Rahmen unserer Initiative „Stark für Ausbildung“ Schulungsangebote genutzt, um die Ausbildungsqualität in ihren Betrieben an die neuen Herausforderungen anzupassen.“

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg:„Die Unternehmen in der Region bilden zu wenig aus. Wer über Fachkräftemangel und den demographischen Wandel klagt, sollte für die Zukunft vorsorgen und sich mit jungen Menschen Mühe geben.“

Disclaimer

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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