30.10.20Berlin

Spät, aber oho

Der Flughafen BER nimmt endlich den Betrieb auf. Schon heute sorgt er für einen Boom in der Region.

„Wir machen einfach auf“, erklärte Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup immer wieder, wenn er zuletzt nach der Eröffnungsparty für den BER gefragt wurde. Jetzt ist es passiert – der BER hat endlich den Betrieb aufgenommen, nach 14 Jahren Bauzeit, sieben Terminverschiebungen und einer Kostenexplosion.

Damit bekommt die Hauptstadtregion endlich die so lange erwartete moderne Flughafen-Infrastruktur. Beim BER geht es aus Sicht der Wirtschaft jetzt um die Zukunft. „Der BER ist schon heute ein Wachstumsmotor für Berlin und Brandenburg“, sagt UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck. Firmen wie Tesla in Grünheide  oder Amazon in Schönefeld hätten sich auch wegen der guten Anbindung in der Nähe angesiedelt, ebenso etliche Technologiezentren und Bürokomplexe. „Der BER wird weitere Firmen anziehen, trotz der aktuell schwierigen Lage“, ist er sich sicher.

Unklarer Corona-Effekt

Die Corona-Pandemie hat die Hoffnung auf einen starken Start des BER zunichte gemacht. 2019 starteten und landeten 34 Millionen Passagiere von den Berliner Flughäfen. In den ersten drei Quartalen 2020 ging die Passagierzahl an den Flughäfen Tegel und Schönfeld um 70 Prozent zurück. Jetzt, im erneuten Lockdown, dürfte es mit den Zahlen noch weiter nach unten gehen. Die Flughafengesellschaft plant, etwa 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona zu sein. Ob das funktioniert, ist aus heutiger Sicht schwer vorherzusagen.

Eine Studie der Beratungsgesellschaften Kowid und Conoscope rechnet bis zum Jahr 2035 mit einem Gesamt-Beschäftigungseffekt von 60.000 bis 70.000 durch den BER. Allerdings stammen diese Berechnungen aus der Zeit vor Corona. Doch auch die Unternehmensverbände sind zuversichtlich, dass der Flugverkehr ein Comeback schafft. „Mittelfristig wird sich die Luftfahrt-Branche erholen, dann kann der BER sein Potenzial voll ausschöpfen“, sagt auch UVB-Hauptgeschäftsführer Amsinck.

Mehr Langstrecken-Verbindungen nötig

Dazu müsste allerdings auch die Anbindung des BER an den internationalen Flugverkehr besser werden. „Entscheidend für den Erfolg des BER ist es zudem, weitere Langstrecken-Verbindungen zu anderen Kontinenten aufzubauen“, fordert Amsinck. „Hier erwarten wir auch mehr Engagement des Bundes.“

Schon heute sorgt der BER für einen Boom in seinem direkten Umfeld. Der Flughafen liegt in der Region Dahme-Spreewald südöstlich der Hauptstadt. Im Vergleich der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands landete der Landkreis in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Rang sieben. Gleich neben dem BER liegt der Technologiepark Adlershof, wo sich in den vergangenen  Jahren Dutzende Start-up-Firmen angesiedelt haben.

Zusammen mit dem Aufstieg Teslas und seiner Zulieferer, dem weiteren Wachstum Berlins und neuen Gewerbeflächen vor Ort gehört die Gegend zu den interessantesten Investitionsstandorten Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Das dürfte nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Berlin für einen weiteren Einwohner-Zuwachs sorgen. „Tesla und der Flughafen BER sind Turbolader für die gesamte Region“, sagte Steffen Kammradt, oberster Wirtschaftsförderer des Landes Brandenburg, dem „Tagesspiegel“. „So etwas gibt es momentan nirgendwo sonst in Deutschland.“

Amsinck: "Politik muss weitere Gewerbeflächen ausweisen"

In einem Umkreis von einer Lkw-Stunde Fahrzeit rund um den BER sind allerdings nur noch gut 550 Hektar Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen frei. Die Preise für Gewerbe-Grundstücke sind daher zuletzt deutlich gestiegen. „Die Politik muss sich darum kümmern, weitere Flächen auszuweisen“, verlangt UVB-Hauptgeschäftsführer Amsinck. „Außerdem muss die Infrastruktur auf Straße und Schiene mitwachsen. Hier sehen wir dringenden Erweiterungsbedarf, sonst kann es rund um den BER schwierig werden.“

 

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