24.04.15

Nachwuchskräfte aus Wirtschaft und Bundeswehr wollen gemeinsam „Führen lernen“

© UVB 2015 / Madlen Dietrich

UVB-Hauptgeschäftsführer Amsinck: Vom Austausch profitieren beide Seiten

Vizeadmiral Nielson: Zusammenarbeit schafft Perspektiven

Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg und die Bundeswehr wollen bei der Schulung ihrer Nachwuchs-Führungskräfte in Zukunft noch enger miteinander kooperieren. Dazu geht das Projekt „Führen lernen“ nun in eine neue Runde. Junge Manager aus der Wirtschaft und junge Offiziere werden dabei gemeinsam geschult und lernen so die Managementstrukturen im jeweils anderen Bereich kennen. „Unternehmen sind nur erfolgreich, wenn die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen“, sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), zum Start der Veranstaltungsreihe am 24. April. „Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass junge Entscheider auch in schwierigen Situationen den richtigen Weg gehen. Schließlich werden Führungsaufgaben immer komplexer. Dabei können Unternehmen von den Erfahrungen der Bundeswehr durchaus profitieren.“

Begonnen hatte die Zusammenarbeit im Rahmen eines Pilotprojektes „Führen lernen“ im vergangenen Jahr. Nun werden erneut knapp 20 ausgewählte junge Führungskräfte aus Unternehmen und Bundeswehr erfahren, welche Kompetenzen Entscheider heute mitbringen müssen und welche Vorbilder es dafür gibt. Dabei wird es insbesondere darum gehen, inwieweit die Wirtschaft von den Prinzipien der Bundeswehr profitieren kann und welche Ratschläge umgekehrt junge Manager den Offizieren geben können. „Führungskräfte mit Erfahrungen in der Bundeswehr können  eine Bereicherung für die Wirtschaft sein“, sagte Amsinck weiter. Ihre Stärken seien eigenverantwortliches Handeln und Entscheidungsfreude. „Im Gegenzug wollen wir den Soldaten helfen, ihr Gespür für die Besonderheiten im zivilen Leben zu schärfen, auch mit Blick auf Perspektiven nach ihrer Zeit bei der Bundeswehr, beispielsweise in unseren Unternehmen.“ 

Ausgerichtet wird das Projekt durch die UVB und die Streitkräftebasis der Bundeswehr. Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr werden die Nachwuchs-Entscheider begleiten, aus der Praxis berichten und Tipps für die weitere Karriere geben. Im Juli werden Stefan Moschko, Leiter Personnel Department bei Siemens Deutschland, und Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur der Streitkräftebasis, mit dem Führungs-Nachwuchs diskutieren.

Die Streitkräftebasis stellt weltweit ganz unterschiedliche Services bereit, ohne die Einsätze der Bundeswehr heute nicht mehr möglich sind. Ihr Portfolio reicht von IT/Kommunikation, der gesamten logistischen Versorgung über die Strategische Aufklärung bis hin zu spezialisierten Kräften für den Schutz der weltweit eingesetzten Kontingente. Um ihre Aufgaben zu meistern, arbeitet die Streitkräftebasis eng mit Partnern innerhalb der Bundeswehr, befreundeten Nationen im Bündnis und insbesondere mit der Wirtschaft zusammen. 

Vizeadmiral Nielson: „Die Streitkräftebasis ist die Heimat für Spezialisten. Sie benötigt Fachkräfte, die fachlich in sich ruhen und jederzeit in der Lage sind, auch in kritischen Situationen überlegt zu handeln. Moderne Führung ist eine Domäne der Streitkräftebasis. Ich bin überzeugt, von dem gemeinsamen Führungskräftetraining können beide Seiten nur profitieren. Insbesondere der Austausch mit der mittelständischen Wirtschaft eröffnet  Perspektiven, schafft gegenseitiges Verständnis und befähigt unseren Führungsnachwuchs, zukünftige Managementaufgaben an der Seite unserer Auftragnehmer der Industrie zu meistern.“  Allein 2014 haben rund  1.100 bestens ausgebildete Zeitoffiziere ihre aktive Dienstzeit beendet, viele streben eine Fortsetzung ihrer Karriere in der Wirtschaft an.

Disclaimer

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

Ihre Ansprechpartnerin zum Projekt "Führen lernen"

Jutta Wiedemann
Abteilungsleiterin Betriebliche Personalpolitik und Fachkräftesicherung
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