Schirp: „Bildung in der Hauptstadtregion ist auf dem richtigen Weg – Einsparungen bei Schulen und Hochschulen müssen tabu bleiben“
Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion sieht in den Ergebnissen des INSM-Bildungsmonitors 2026 Licht und Schatten. „Der Bildungsmonitor zeigt: Berlin und Brandenburg machen Fortschritte, aber der Abstand zur bundesweiten Spitze bleibt beträchtlich.“ Das sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp anlässlich der Veröffentlichung der Studie.
Berlin behauptet im Bundesländervergleich Platz 11, Brandenburg verbessert sich um zwei Positionen auf Rang 13. Das sei angesichts des anspruchsvollen Umfelds ein positives Signal – es bleibe aber noch viel zu tun, urteilte Schirp weiter. „Bessere Bildung stärkt den Wirtschaftsstandort und bringt erwiesenermaßen höhere individuelle Einkommen.„´“
Betriebe beklagen mangelnde Ausbildungsreife seit Jahren
Die Politik habe verstanden, dass höhere Investitionen in die Bildung angesichts des rapiden demografischen Wandels zwingend sind, unterstrich der Haupütgeschäftsführer. „Auch bei künftigen Sparanstrengungen müssen Schulen und Hochschulen unbedingt außen vorbleiben.“
Freistaaten vorne: Im BIldungsmonitor schneiden Sachsen und Bayern traditionell gut ab. Die Hauptstadtregion hat sich in den vergangenen Jahren aber verbessert.
Zugleich gelte es, dort nachzusteuern, wo die Bildungsergebnisse noch nicht stimmen. Schirp: „Die jüngste PISA-Studie zeigt, dass Schülerinnen und Schüler gerade in Kernfächern erschreckende Defizite haben. Unsere Betriebe machen diese Erfahrung bei der Suche nach Auszubildenden seit Jahren. Die Berliner Politik hat es nun Schwarz auf Weiß, dass die Ausbildungsplatzabgabe an der falschen Stelle ansetzt. Bessere Basiskompetenzen bringen jungen Menschen mehr als staatlicher Dirigismus.“
Licht und Schatten im Detail
Im Detail zeigt der INSM-Bildungsmonitor der UVB zufolge Licht und Schatten. Herausragend schneide erneut das Hochschulsystem der Hauptstadt ab. Die stark international ausgerichtete Forschungslandschaft bleibe ein Aushängeschild. „Dieser Status steht allerdings in Frage, wie man an der Unterfinanzierung vieler Hochschulen und ihrer maroden Gebäude sieht“, warnte Schirp.
Brandenburg könne bei Wissenschaftsleistungen wie Promotionen und Habilitationen noch zulegen. Für beide Länder sei wichtig, dass neue Erkenntnisse schneller in Wertschöpfung und Innovationen umgesetzt werden.
Kampf gegen Lehrkräfte-Mangel bleibt Daueraufgabe
Bei den Schulen haben beide Länder noch Potenzial, finden die Unternehmensverbände. „Berlin hat verstanden, dass eine enge Überwachung des Lernerfolgs, eine intensive Sprachförderung und eine möglichst frühe Berufsorientierung unverzichtbar sind. Hier wie auch in Brandenburg macht sich der Lehrkräftemangel über alle Altersstufen bemerkbar. Es bleibt eine Daueraufgabe, für mehr qualifiziertes Personal zu sorgen.“
Disclaimer
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.