Schirp: „Erhöhter Mindestlohn ist harte Herausforderung, gerade auf dem Land“
Die Mindestlohnkommission empfiehlt einen Anstieg der Lohnuntergrenze auf 13,90 Euro im kommenden Jahr und auf 14,60 ab 2027. „Die Mindestlohnkommission hat in einer wirtschaftlich angespannten Lage eine zwiespältige Entscheidung getroffen", kommentierte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp diese Entscheidung.
Positiv sei, dass die Kommission dem hohen Druck aus der Politik nach einer übermäßigen Erhöhung nicht nachgegeben habe. Regierung und Parlament sollten der Empfehlung nun eins zu eins folgen, um die Kommission nicht weiter zu beschädigen, verlangte er.
Wirtschaft hat weiter konjunkturelle und strukturelle Probleme
„Allerdings bedeutet die Anhebung des Mindestlohns auf am Ende 14,60 Euro für viele Firmen und Branchen eine harte Herausforderung. Wir haben weiterhin konjunkturelle und strukturelle Probleme. Angesichts der steigenden Kosten werden Bäcker, Restaurants, Einzelhändler oder Lebensmittelproduzenten gerade auf dem Land überlegen, ihr Angebot oder ihre Öffnungszeiten noch weiter einzuschränken – mit allen Folgen für die Lebensqualität vor Ort." Die Arbeitgeber würden die Auswirkungen in der Praxis genau beobachten.
Die Diskussion über die Lohnuntergrenze laufe generell in die falsche Richtung, befand Schirp weiter. Der Staat habe es in der Hand, den Beschäftigten mehr netto vom brutto zu belassen und die hohen Steuern und Abgaben endlich zu senken.
„Auch die Tarifautonomie hat unter der Mindestlohn-Diskussion gelitten", sagte Schirp. „Viele Tarifverträge, die zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften frei ausgehandelt wurden, sind nun zumindest teilweise obsolet. Das wird erstens die Preise in vielen Wirtschaftsbereichen treiben und zweitens eine berufliche Ausbildung unattraktiver machen. Denn die Verdienst-Unterschiede zwischen gelernten und ungelernten Arbeitskräften wird nun immer kleiner.“
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