Schirp: „Lage auf dem Jobmarkt wird schwieriger statt besser – trotzdem suchen Firmen fieberhaft Nachwuchskräfte für die duale Ausbildung“
Zur Arbeitsmarkt-Entwicklung im August 2025 erklärt UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp:
„Die Erholung der Wirtschaft ist bislang eher ein Hoffnungswert als Realität. Deshalb verharrt der Arbeitsmarkt in der Hauptstadtregion in einer schwierigen Lage. Die von der Koalition im Bund angestoßenen Reformen bei den Unternehmenssteuern wirken noch nicht. Zudem dominieren bei den Betrieben Unsicherheit und Vorsicht, auch angesichts der unberechenbaren US-Zollpolitik. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt.
In der dualen Ausbildung bieten die Unternehmen zum Ausbildungsstart am 1. September noch in der gesamten Breite der Branchen interessante Plätze an. Trotz der schwachen Auftragslage suchen viele Betriebe dringend nach Bewerberinnen und Bewerbern, um ihren Fachkräftebedarf in der Zukunft zu sichern. Sie wappnen sich damit gegen den demografischen Wandel. Wir brauchen jetzt Rückenwind für die duale Ausbildung, also eine bessere Vermittlung, intensivere Berufsorientierung und starke Berufsschulen. Was wir nicht brauchen, sind unsinnige und überflüssige Instrumente wie eine Ausbildungsplatzabgabe.
In Berlin ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zum dritten Mal in Folge rückläufig. Das hat es seit vielen Jahren nicht gegeben. Parallel dazu steigt die Arbeitslosenquote weiter auf jetzt 10,5 Prozent. Berlin bekommt die Konjunktur- und Strukturkrise offenbar härter zu spüren, als es viele bislang angenommen haben.
Brandenburgs Wirtschaft leidet unter einer eklatanten Wachstumsschwäche, wie die jüngste Datenkorrektur zur Konjunktur der vergangenen Jahre gezeigt hat. Dafür zeigt sich der Arbeitsmarkt erstaunlich stabil. Als einziges östliches Bundesland weist Brandenburg eine leicht wachsende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf. Für die nahe Zukunft bleibt der Mangel an qualifizierten Kräften eines der größten Probleme der Unternehmen im Land.“
Disclaimer
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.