Schulz: „Trotz anhaltender Konjunkturflaute: Arbeitgeber suchen intensiv nach Auszubildenden“
Zu den Arbeitsmarkt-Daten für den Juli 2025 in Berlin und Brandenburg erklärt der stellvertretende UVB-Hauptgeschäftsführer Andreas Schulz:
„Die erhoffte Trendwende bei Konjunktur und Arbeitsmarkt lässt weiter auf sich warten. Das dürfte daran liegen, dass noch zu viele Strukturprobleme in Deutschland ungelöst sind. Hinzu kommt die Verunsicherung von Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern. Die ausbleibenden Entlastungen im Inland und möglicherweise dauerhaft höhere Zölle im US-Geschäft drücken auf die Stimmung.
Trotzdem engagieren sich die Unternehmen weiter intensiv für die duale Ausbildung. Allein in der Hauptstadt sind noch 5.987 Ausbildungsplätze unbesetzt. Vor allem im Einzelhandel, in der Metall- und Elektroindustrie, der Informatik, der Logistik und der öffentlichen Verwaltung suchen die Betriebe noch intensiv Nachwuchs. Rechnet man hinein, dass eine große Zahl von Ausbildungsplätzen bei den Arbeitsagenturen erst gar nicht gemeldet wird, liegt die Zahl der unbesetzten Plätze bereits im fünfstelligen Bereich. In Brandenburg sind noch 5.458 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt.
Die Wirtschaft demonstriert damit wenige Wochen vor Beginn des Ausbildungsjahres, dass sie zur Ausbildung steht – trotz unklarer Zukunftsaussichten. Die von SPD und CDU geplante Ausbildungsplatz-Abgabe geht hingegen an einem der Kernprobleme, dass den Ausbildungsbetrieben häufig keine passenden Bewerberinnen und Bewerbern vermittelt werden, völlig vorbei. Das wird aus diesen Zahlen deutlich. Noch ist Gelegenheit, von dem unsinnigen Vorhaben Abstand zu nehmen.
In Berlin fehlen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin die Impulse. Den Titel als dynamischste Region mit den besten Chancen auf einen neuen Job hat die Stadt schon vor langer Zeit an Hamburg verloren. Die Zahl der Arbeitslosen stagniert in der Hauptstadt bei 219.377.
Auch in Brandenburg kommt die Konjunktur weiter nicht in Schwung. Hier steigt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat leicht auf 86.152 Menschen.
Disclaimer
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