21.09.15 | Potsdam

UVB verlangt umfassende Strategie für Arbeitsmarkt 2030

Schüler, Studenten und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien diskutieren die Arbeitswelt im Jahr 2030 | © UVB 2015 / André Wagenzik

Präsident Dr. Niehage: Weichen neu stellen für Demografie, Digitalisierung und Integration von Flüchtlingen

Die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg verlangt eine umfassende Strategie für die Fachkräftesicherung bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus. „Wir haben es heute in der Hand, die Weichen für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu stellen, damit die Unternehmen weiterhin produktiv und konkurrenzfähig bleiben können“, sagte Dr. Udo Niehage, der Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Montag auf dem 25. Unternehmertag der Organisation in Potsdam. „Die zentralen Herausforderungen dabei sind die demografische Entwicklung, die Digitalisierung und die Integration der Zuwanderer.“ Das Leitthema des Unternehmertages lautete: „Arbeitsmarkt 2030 – wie sichern wir die Fachkräftebasis von morgen?“

Dr. Niehage zufolge erfordern die hohen Flüchtlingszahlen in Europa massive zusätzliche Investitionen. „Die Menschen mit einer Bleibeperspektive zu integrieren, wird enorme Anstrengungen erfordern -  auf Jahre hinaus. Dafür muss unser Gemeinwesen mehr leisten als heute“, sagte er vor rund 400 Gästen aus Wirtschaft und Politik. „Wir müssen den Flüchtlingen Perspektiven bieten und Anreize, damit sie zu den Arbeitnehmern, Unternehmern und Steuerzahlern von morgen werden.“ Die Hauptstadtregion könne im Gegenzug von der Zuwanderung profitieren. Zugleich müsse Deutschland seine Einwanderung stärker steuern. „Unternehmen müssen die Möglichkeit bekommen, zielgenau und unbürokratisch Arbeitskräfte aus anderen Ländern einzustellen.“  

Überdies werde die Digitalisierung den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer stärker prägen. „Prozesse, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten werden sich von Grund auf verändern. Wir wollen zusammen mit den Unternehmen diesen Umbruch aktiv gestalten“, erklärte Dr. Niehage weiter.

Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, sagte: „Ich begrüße Ihr großes Engagement zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Denn Arbeit ist der Schlüssel zur Integration in die Gesellschaft. Wir müssen aber zur Fachkräftesicherung alle Potenziale nutzen: die Ausbildung inländischer Jugendlicher, die Qualifizierung insbesondere von Langzeitarbeitslosen, aber auch gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften. Das erfordert große gemeinsame Anstrengungen.“

Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie in Brandenburg, erklärte: „Fachkräfte sind das Fundament unserer wirtschaftlichen Zukunft. Nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern können sich die Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten und unser Land voranbringen. Mit der dualen Ausbildung haben die Unternehmen selbst den wichtigsten Hebel zur Fachkräftesicherung in der Hand. In den Griff zu bekommen ist die Fachkräftesicherung aber nur, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird – wenn Unternehmen, Kammern, Verbände, Kommunen, Gewerkschaften und Landesregierung an einem Strang ziehen. Das Land unterstützt die Wirtschaft nach Kräften. Zudem gilt es, gemeinsam alles zu tun, um Flüchtlinge in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Viele der oftmals jungen Frauen und Männer, die zu uns kommen, haben Berufserfahrung und sind hoch motiviert. Dieses Potenzial dürfen wir nicht verschenken.“

Hinweis: Bildmaterial für Ihre Berichterstattung finden Sie hier.

Disclaimer

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

Pressekontakt

Carsten Brönstrup
Abteilungsleiter Presse und Kommunikation, Pressesprecher
Carsten
Brönstrup
Telefon:
+49 30 31005-114
Telefax:
+49 30 31005-166
E-Mail:
Broenstrup [at] uvb-online.de