Wirtschaft fordert von Berlin und Brandenburg engere Kooperation
Die Unternehmen in Berlin und Brandenburg sehen in der Transformation vieler Branchen die Chance auf eine deutlich höhere wirtschaftliche Dynamik in der Zukunft. „Die Hauptstadtregion wird als ein Gewinner aus den Umbrüchen unserer Zeit hervorgehen, wenn Wirtschaft und Politik die Weichen richtig stellen. Unsere Betriebe kennen sich aus mit Wandel und Veränderung, das haben sie in den vergangenen 75 Jahren immer wieder bewiesen.“ Das sagte am Montag Stefan Moschko, der Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), auf der Festveranstaltung zum 75. Jubiläum des Spitzenverbands. „Dazu braucht die Wirtschaft Rückenwind aus der Politik, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Moschko verwies auf die Nachkriegszeit, die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR. Immer wieder hätten sich die Unternehmen neue Geschäftsmodelle, Lieferketten, Technologien und Märkte erschließen müssen. „Diese Herausforderungen haben unsere Unternehmen erfolgreich gemeistert. Deshalb brauchen wir vor Trends wie Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung keine Angst zu haben. Im Gegenteil, in ihnen stecken große wirtschaftliche Chancen.“ Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der UVB untermauere dies.
„Stärkere Position in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Digitales ist entscheidend“
Demnach bedeute die Vielfalt der Region eine besondere Stärke – mit den innovativen und technologiestarken Branchen in Berlin auf der einen Seite und den industriefreundlichen Bedingungen in Brandenburg auf der anderen. „Mit dieser Kombination kann die Region zu einer europäischen Leitregion der Transformation werden – vorausgesetzt, beide Länder bündeln ihre Kräfte und Strategien stärker als bisher und treten im Wettbewerb als Einheit auf“, empfahl Moschko. Wichtig sei vor allem eine stärkere Position in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Digitales. Laut der IW-Studie könnten beide Bundesländer ihre Wirtschaftskraft um zweistellige Milliardenbeträge steigern, sollte es ihnen gelingen, zur nationalen Spitze in Deutschland aufzuschließen.
Zu der UVB-Jubiläumsveranstaltung im Museum Barberini waren 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft gekommen. Darunter waren aus Brandenburg Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, Wirtschaftsminister Daniel Keller, Wissenschaftsministerin Manja Schüle, Verkehrsminister Detlef Tabbert sowie Innenminister René Wilke. Das Land Berlin war vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, Finanzsenator Stefan Evers, Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra und Verkehrssenatorin Ute Bonde.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sagte:
„Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag. Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg sind seit mehr als sieben Jahrzehnten eine unverzichtbare Stimme der Wirtschaft in unserer Region und eine wirkmächtige Interessenvertretung. Als starker Partner der Unternehmen, als kritischer Begleiter der Politik und als treibende Kräfte für Innovation und Wachstum leisten die UVB einen entscheidenden Beitrag für die Zukunftsfähigkeit Brandenburgs.
Als wirtschafts- und sozialpolitischer Spitzenverband vertreten sie rund 60 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und Versicherungen. Die UVB sind eine feste Klammer der Hauptstadtregion. Ihre Mitglieder kommen aus beiden Ländern, verfolgen die verzahnte Politik von Berlin und Brandenburg genau, tauschen sich aus. Meine Hochachtung gilt dem Engagement, der Kompetenz und Leidenschaft, mit denen für eine starke Wirtschaft in unserer Region gearbeitet wird.“
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sagte:
„Berlin und Brandenburg verfolgen ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Hauptstadtregion zum führenden Wirtschafts-, Technologie- und Innovationsstandort in Europa machen. Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut, auch weil Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eng zusammenarbeiten. Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg begleitet uns dabei seit vielen Jahren, bisweilen kritisch, aber immer konstruktiv. 75 Jahre UVB stehen für erfolgreiche Verbandsarbeit und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in und für Berlin und Brandenburg. Dafür danke ich dem UVB in Namen des gesamten Berliner Senats herzlich.“
Disclaimer
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.