„Zukunftsort“ im Rückwärtsgang: Berlin droht, seine Chancen zu verspielen
Berlin nennt sich gerne „Zukunftsort“. Sein Potenzial als internationales Zentrum für Innovation, Forschung und nachhaltige Entwicklung stellt das Land tagtäglich unter Beweis. Die international anerkannte, lebendige Start-up-Szene der Hauptstadt und das Wachstum des Technologieparks Adlershof sind nur zwei Beispiele. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Manchmal klaffen Anspruch und Realität auseinander.
Aktuell schwächt die Hauptstadt mit Kürzungen im Hochschulbereich eine ihrer wichtigsten Ressourcen: Wissen und Talente. Unternehmen und Forschungseinrichtungen konkurrieren weltweit um Fachkräfte. Wer jetzt bei den wichtigsten Orte der Nachwuchsgewinnung, des Technologietransfers und der Weiterbildung spart, riskiert die Zukunftsfähigkeit der ganzen Wirtschaftsregion.
Ähnlich verhält es sich mit der Urban Tech Republic. Das geplante Zukunftsquartier kann ein Schaufenster für neue Technologien, nachhaltiges Bauen und die Verbindung von Wirtschaft, Wissenschaft und Wohnen sein. Stattdessen droht es nun durch Verzögerungen und Kürzungen zum Symbol verpasster Chancen zu werden. Langfristig könnten dem Land Steuereinnahmen entgehen, die ein prosperierender neuer Wirtschaftsstandort generiert.
Klar ist: Eine ausgewogene Haushaltspolitik verlangt viel Fingerspitzengefühl. Es ist nicht trivial, steigende Ausgaben und knappe Mittel in Einklang zu bringen. Doch ausgerechnet an Hochschulen und Zukunftsprojekten zu sparen, ist der falsche Weg.