18.11.20Online

Digitalforum "Führen" 2020: die Abschlussveranstaltung

Wie führt man in Zeiten des mobilen Arbeitens? Wie hält man Balance als Führungskraft?

Als das Digitalforum Führen 2020 im Januar inhaltlich geplant wurde, war die besondere Brisanz dieser Fragen noch nicht abzusehen. Durch die Corona-Pandemie startete das diesjährige Forum Ende Mai nun zum ersten Mal online. Die sechzehn Teilnehmenden aus Unternehmen, Institutionen und der Bundeswehr lernten sich am Bildschirm kennen. Auch in den folgenden sechs Monaten arbeiteten sie überwiegend digital miteinander. Am 18. November 2020 schließlich präsentierten sie ihre Ergebnisse – natürlich ebenfalls online. 110 Gäste waren an ihren Bildschirmen dabei.


Mitschnitt der Abschlusspräsentation (1h15min)

Seit 2014 werden Führungskompetenzen geschärft

Im Jahr 2020 ging der siebte Jahrgang des Digitalforums Führen unter erschwerten Bedingungen an den Start. Jutta Wiedemann, Abteilungsleiterin Betriebliche Personalpolitik und Fachkräftesicherung bei den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg, eröffnete den Nachmittag mit einem kurzen Rückblick. Anschließend lobte Brigadegeneral Boris Nannt die Teilnehmenden als „mit Abstand beste Gruppe“. Obwohl die Teilnehmenden in diesem Jahr mit den Corona-Bedingungen zu kämpfen hatten, sei eine große Gemeinsamkeit unter ihnen entstanden. „Die Ergebnisse sind jedenfalls beeindruckend“, befand Boris Nannt.

Zusammen trotz Distanz

Wie in jedem Jahr stand auch der Jahrgang 2020 vor der Herausforderung, ein eigenes Projektthema zu entwickeln, Arbeitsgruppen zu bilden, Teamleader zu definieren, Inhalte abzustimmen und Ziele zu setzen. Schnell kristallisierten sich Homeoffice und mobiles Arbeiten als spezifische Herausforderung aufgrund der Pandemie-Situation heraus. Für die Projektgruppe ging es nun aber zunächst darum, selbst auf Distanz miteinander zu arbeiten – und zu führen. „Learning on the job“ mit einem Sprung ins kalte Wasser.

Wie geht gute Führung?

Gute Führung braucht eine gute Grundlage. Das Team fand heraus: Nötig sind Haltung, Kompetenzen, Methoden und Technik. Für gute Führung sind Wertvorstellungen erforderlich, die Orientierung bieten. Außerdem braucht man die Fähigkeit, Herausforderungen auf Basis von Annahmen und Erkenntnissen konstruktiv lösen zu können. Eine Checkliste wurde erstellt, die das digitale Arbeiten erleichtert.

Virtuell, aber ein gutes Team

Nur zwei Workshops konnte die Gruppe als Präsenzveranstaltungen absolvieren. Daneben tauschten sich die Teilnehmenden bei allen Fragen und Abstimmungen  über ganz unterschiedliche digitale Kommunikationstools aus.  Das Projektteam 2020 erlebte, dass man über einen längeren Zeitraum erfolgreich auf Distanz ein Team bilden, zusammenarbeiten, Aufgaben verteilen und lösen sowie gute Ergebnisse produzieren kann.

Im digitalen Wechselspiel

Bei der Abschlusspräsentation bot die Projektgruppe dem Publikum einen abwechslungsreichen, gut inszenierten „Strauß der virtuellen Möglichkeiten“. Die Gruppe schaltete zwischen dem dreiköpfigen Moderationsteam im „Studio Berlin“ und den einzelnen Projektmitgliedern an ihren dezentralen Bildschirmen hin und her. Teilnehmende wurden zu ihren Erfahrungen und Erkenntnissen interviewt. Die Regie spielte Videos ein und zeigte Präsentationen. Ein vorab produzierter stimmungsvoller Trailer stellte den Zuschauenden die „Reise“ der Arbeitsgruppe vor.


Trailer (5:41 min)

„Unglaublich spannend“

Auch das Feedback der Projektcoaches erfolgte per Live-Videoübertragung . Die Coaches hatten das Projekt über die zurückliegenden Monate begleitet. „Mich habt ihr überzeugt“, lobte Gero Will, Trainer und Coach der Akademie Reichenberg, das Projektteam. Es habe ihn fasziniert, wie schnell sich alle Teilnehmenden in die Technik „hineingekniet“ hätten.

 „Wir durften alle gemeinsam lernen“, brachte Dr. Martina Weifenbach, Gründerin von myndway, ihr  Fazit auf den Punkt. Aus der digitalen Zusammenarbeit habe sich eine besondere Gruppendynamik ergeben. Dabei hätten alle Teilnehmenden agil gehandelt.

„Kompetenz als die Fähigkeit, Herausforderungen in einem bestimmten Bereich konstruktiv zu lösen“ hat die Gruppe im Digitalforum Führen 2020 hervorragend bewiesen, so Prof. Johannes Kirch Professor für Personalmanagement an der  bbw Hochschule.

Und Major Jens Böhm, ebenfalls Coach im Digitalforum Führen fand „die Arbeit in 2020 unglaublich spannend“. Seiner Einschätzung nach waren der Prozess und die Selbstreflexion der Teilnehmenden das Wichtigste.

Grüße per Video

Üblicherweise enden die Abschlussveranstaltungen mit einer Podiumsdiskussion ausgesuchter Führungskräfte. Aufgrund der Corona-Beschränkungen war konnte diese Abschlussdiskussion diesmal nicht stattfinden. Stattdessen gab es Videobotschaften:

Darin befand Stefan Moschko, Personalleiter der Siemens AG Deutschland unter anderem „Die Veränderung bleibt. New Work wird zu New Normal. Wer jetzt agil ist, wird die Zukunft gestalten können“.

Generalmajor Oliver Kohl begleitet das Projekt bereits seit drei Jahren. Er meinte: „Mut gehört zur Führung.“ Außerdem benötige man „Freiheit, um führen zu können.“ Er appellierte an die jungen Führungskräfte, Führungscourage unter Beweis zu stellen.

Franziska Teubert, Geschäftsführerin beim Bundesverbandes Deutscher Startups, schaute aus der Perspektive junger Unternehmen auf das Thema Führen. Sie sagte, „Führungskräfte müssen momentan oft auch unbequeme Entscheidungen treffen, die nicht leicht fallen. Es sei elementar, dabei  Menschlichkeit zu  bewahren.“

„Es liegt viel Kraft in der Veränderung, wenn man die Augen dafür öffnet und die richtige Balance findet.“ Das ergänzte abschließend Prof. Stefanie Birkner, Geschäftsführerin der ZUKUNFT.unternehmen gGmbH, die das Digitalforum „Führen“ partiell mit ihrer Expertise begleitet hat.

„Chapeau!“

Die Zuschauer konnten in den 1,5 Stunden der Abschlusspräsentation nicht nur zahlreiche Informationen mit nehmen. Sie erlebten auch junge Nachwuchsführungskräfte, die mit Begeisterung, hohem Engagement und viel Herzblut zusammen gearbeitet haben. Die Veranstaltung lud dazu ein, die Ergebnisse auf der Website führen.digital  anzuschauen.

Der Stellvertretende Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Jürgen Weigt, Schirmherr des Digitalforums „Führen“ von Seiten der Bundeswehr  freute sich. „Der Austausch zwischen Wirtschaft und Militär zeigt, dass man viel voneinander lernen kann. „Als Schirmherr bin ich beeindruckt und möchte  die jungen Führungskräfte dabei unterstützen, immer an ihrer Führungskompetenz zu arbeiten.“

„Das war mehr als bemerkenswert“, kommentierte Sven Weickert, Geschäftsführer der UVB, seine Eindrücke in einem Schlusswort. „Ohne Präsenz die Komplexität des Projektes darzustellen, war eine große Herausforderung, die Ihnen allen hervorragend gelungen ist.“

Stefan Moschko von Siemens Deutschland, der das Digitalforum schon lange begleitet, brachte es nach der Präsentation auf den Punkt: „Chapeau. Das war eine gelungene Veranstaltung. So sieht Zukunft aus!“ Alle Teilnehmenden jedenfalls waren sich am Ende einig, dass sie ihre Führungskompetenzen durch die Mitarbeit im Digitalforum „Führen“ erheblich erweitern konnten.

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Jutta Wiedemann
Abteilungsleiterin Betriebliche Personalpolitik und Fachkräftesicherung
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Arbeitswissenschaft
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