07.05.26

Trotz Wirtschaftskrise: weiter Engpässe bei MINT-Fachkräften

MINT-Frühjahrsreport 2026 erschienen

Der am 5. Mai 2026 veröffentlichte MINT‑Frühjahrsreport 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zeigt: Trotz des seit etwa drei Jahren anhaltenden konjunkturellen Abschwungs bleibt der Fachkräftemangel in MINT‑Berufen bestehen. Im März 2026 gab es hier bundesweit rund 369.400 unbesetzte Stellen. Gleichzeitig waren 274.130 Personen arbeitslos gemeldet, die eine Tätigkeit in einem MINT-Beruf anstreben.

Anhaltende MINT‑Fachkräftelücke

Unter Berücksichtigung der Qualifikationsanforderungen beläuft sich die MINT‑Fachkräftelücke im März 2026 auf 133.900 Personen (-15,7 Prozent gegenüber März 2025). Besonders betroffen sind Facharbeiterberufe mit 77.400 Personen, Expertenberufe (44.200 Personen) und Spezialistenberufe (12.300 Personen).

Größte Engpässe nach Berufsgruppen:

  • Energie- und Elektroberufe: 48.900
  • Metallverarbeitung: 26.500
  • Bauberufe: 26.400
  • Maschinen- und Fahrzeugtechnik: 22.900

Während sich die Lage in den Energie-, Elektro- und Maschinenbauberufen entspannt hat, nehmen die Engpässe in der Metallverarbeitung und im Bau weiter zu.

Mehr Frauen in MINT-Berufen – aber Anstieg auf niedrigem Niveau:

  • Die Anzahl von Frauen in MINT‑Berufen stieg von 875.100 (2012) auf 1.187.200 (Q3 2025).
  • Damit erhöhte sich der Frauenanteil bundesweit von 13,8 auf 16,5 Prozent.

Alterung der MINT‑Belegschaften:

  • Der Anteil der über 55‑jährigen MINT‑Beschäftigten stieg von 15,1 Prozent auf 23,0 Prozent.
  • Besonders hoch ist der Anstieg der Alterung in Ostdeutschland (ohne Berlin).

MINT-Fachkräftesituation in Berlin-Brandenburg

In der Region Berlin-Brandenburg sind derzeit 25.300 MINT-Stellen unbesetzt (Stand: März 2026). Dabei entfallen 15.000 offene Stellen auf den nicht-akademischen Bereich der Facharbeiter, Meister und Techniker und 10.300 auf den akademischen Bereich. Demgegenüber stehen 24.823 Arbeitslose, die in einem MINT-Beruf erbeiten möchten (Stand: März 2026), davon 14.827 Personen mit beruflicher und 9.996 mit akademischer Qualifikation.

Der Anteil älterer MINT-Beschäftigter ab 55 Jahren steigt im Bundesdurchschnitt seit Jahren. Zum Stichtag 30. September 2025 lag er bei 23 Prozent. Den niedrigsten Anteil hatte dabei Berlin mit 19,3 Prozent, während in Brandenburg fast jeder vierte MINT-Beschäftigte über 55 Jahre alt war (24,6 Prozent). 

Gestiegen ist zudem der Anteil ausländischer Arbeitskräfte unter den MINT-Beschäftigten. Mit 21,7 Prozent stand Berlin hier mit großem Abstand an der Spitze des Rankings – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 13,1 Prozent. In Brandenburg stammten 12,5 Prozent der MINT-Beschäftigten aus dem Ausland, 

Auch der Anteil der Frauen an allen MINT-Beschäftigten steigt weiter an (Bundesdurchschnitt: 16,5 Prozent). Mit 22,7 Prozent weiblichen MINT-Fachkräften steht Berlin auch hier an der Spitze des Rankings, während Brandenburg mit 15,2 Prozent leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Bei der IT-Beschäftigung konnte Berlin zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem dritten Quartal 2025 einen besonders hohen Beschäftigungszuwachs verzeichnen: Die Zahl der Beschäftigten stieg von 29.388 auf 84.229 (+186,6 Prozent). In Brandenburg stieg die Beschäftigung von 6.262 auf 11.891 IT-Beschäftigte (+89,9 Prozent).

Handlungsoptionen

Das IW Köln sieht im anhaltenden MINT-Fachkräftemangel „ein enormes Risiko für den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“. Das Institut fordert eine „massive, koordinierte Kraftanstrengung aller gesellschaftlichen Akteure“ und „ein Bündel strategischer Maßnahmen entlang der gesamten Bildungskette“, um alle Potenziale zu heben und die MINT-Fachkräftelücke zu schließen. 

Dazu zählen:

  • Erwerbspotenziale von Frauen, Älteren und Zuwandernden deutlich steigern
  • Bildungschancen verbessern: frühkindliche und schulische Bildung, Ganztagsschulen, Sprach‑ und Leseförderung, Startchancenprogramm, evidenzbasierte Schulentwicklung.
  • MINT‑Fokus stärken: moderne Unterrichtskonzepte, bessere digitale Ausstattung, Sicherung des MINT‑Lehrkräftenachwuchses
  • Mehr Schulautonomie bei klarer Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen
  • Qualität sichern durch Vergleichsarbeiten und Evaluation
  • Gezielte Förderung benachteiligter Schulen, z. B. über Bonus‑Programme wie in Berlin

 

Über den MINT-Report

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den MINT-Report zweimal jährlich. Auftraggeber der Studie sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die Initiative „MINT Zukunft schaffen“. Gesamtmetall, BDA und „MINT Zukunft schaffen“ sind Mitglieder im Nationalen MINT Forum.

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MINT-Frühjahrsreport 2026, Titel

MINT-Frühjahrsreport 2026. Arbeitsmarktbericht. Beschäftigungsperspektiven in MINT.

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