23.05.16Berlin

Wirtschaft bietet Job-Perspektiven für 2000 junge Menschen

Das "Wirtschafts-Netzwerk Integration" (WNI) will jungen Menschen auf dem Weg in das Berufsleben helfen

Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Unternehmen in Berlin die Integration Geflüchteter in Ausbildung und Arbeit voranbringen. Die Wirtschaft bietet an, 2000 junge Menschen Schritt für Schritt an die Berufswelt heranzuführen – in den Branchen Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) koordinieren dazu das "Wirtschafts-Netzwerk Integration" (WNI), in dem sich bislang 15 Innungen und Arbeitgeberverbände zusammengeschlossen haben.

„In der nächsten Zeit werden bis zu 30.000 Geflüchtete zusätzlich in der Hauptstadt eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz suchen. Vermutlich können nicht alle sofort in den Jobmarkt einsteigen. Hier setzen wir an: Wir bereiten die Menschen vor und prüfen systematisch, wer welche Kenntnisse und Talente hat“, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck am Montag. „Die Unternehmen bekommen dann eine passgenaue Auswahl junger Menschen, die das Zeug zur Fachkraft haben.“

Die WNI-Teilnehmer sollen sich ab dem Frühjahr 2017 in einer ersten Phase über sechs Monate auf dem deutschen Arbeitsmarkt orientieren. In den Aus- und Weiterbildungseinrichtungen der Berliner Verbände und Innungen sollen sie ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Beweis stellen. Zugleich bekommen sie die Chance, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und einen Schulabschluss nachzuholen. Auch ein sechswöchiges Betriebspraktikum ist für diese Zeit geplant.

Für die zweite Phase werden die jungen Menschen in zwei Gruppen eingeteilt. Sie können beispielsweise direkt eine betriebliche Ausbildung oder eine reguläre Stelle mit begleitender Qualifizierung antreten. Das wird nach UVB-Einschätzung etwa für die Hälfte der Teilnehmer möglich sein. Die andere Hälfte beginnt in den Aus- und Weiterbildungseinrichtungen der Wirtschaft eine außerbetriebliche Ausbildung. Sobald wie möglich ist dann ein Wechsel in eine betriebliche Ausbildung vorgesehen.

Das Ziel für alle Teilnehmer ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt. Bislang stehen Plätze in den folgenden Berufsfeldern zur Verfügung: Bauindustrie, Chemie, Garten- und Landschaftsbau, Sanitär/Heizung/Klima, Friseurhandwerk, Fuhrgewerbe, Hotel- und Gaststättengewerbe, Metall- und Kunststofftechnik, Dachdeckerhandwerk, Metall- und Elektroindustrie, Verkehr und Logistik sowie im kaufmännischen Bereich.

Die „WNI“-Initiative richtet sich nicht nur an Geflüchtete, sondern auch an junge Menschen, die von der Jugendberufsagentur aktiviert werden. „Mit diesem Projekt wollen wir Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Integration gelingt. Wir wollen so betriebs- und praxisnah wie möglich auf den Beruf vorbereiten“, sagte Amsinck weiter. „Es ist ein Angebot zur Zusammenarbeit an den Senat und an die Bundesagentur für Arbeit. Berlin würde damit bundesweit eine Vorreiterrolle bei der Integration einnehmen.“

Pro Teilnehmer bedeute die „WNI“-Initiative monatliche Kosten von rund 1100 Euro. In der Einstiegsphase würde das Land diesen Betrag übernehmen – dafür würden knapp 35 Millionen Euro anfallen, verteilt auf drei Jahre. Sobald der Wechsel in die betriebliche Ausbildung stattfindet, würden die Betriebe alle Verpflichtungen tragen. Amsinck: „Das ist für alle Beteiligten gut angelegtes Geld. Die jungen Leute bekommen die Chance, sich hier etwas aufzubauen, und die Wirtschaft hilft dabei.“

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

Weiterführende Informationen: "Drei Fragen an..."

Alexander Schirp beantwortet "Drei Fragen an ..." zur Initiative "WNI".

 

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