Schirp: „Bildung in Berlin wird besser – doch Investitionen des Staates reichen längst nicht aus“
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat den Bildungsmonitor 2025 veröffentlicht. „Die Hauptstadtregion verbessert sich im Bildungsmonitor 2025 leicht. Das ist ein kleiner Erfolg", sagt UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp. „Berlin und Brandenburg sind damit aber längst nicht dort, wo sie sein sollten. Beide Länder verkennen weiter, dass höhere Investitionen in die Bildung mittel- bis langfristig für mehr Wachstumspotenzial sorgen."
Das gelte umso mehr, als bis 2035 jeder dritte Beschäftigte aus dem Erwerbsleben ausscheide und ersetzt werden müsse. „Die Betriebe brauchen Nachwuchs mit den nötigen Schlüsselqualifikationen – insbesondere in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik", mahnte Schirp.
Berlin besser, aber längst nicht top
Berlin steigt im Bundesländer-Vergleich des INSM-Bildungsmonitors um einen Platz auf Rang elf. „Das zeigt, dass die Hauptstadt in der Bildungspolitik einiges richtig macht, vor allem bei der Betreuung der Schülerinnen und Schüler und im Hochschulbereich. Diese Stärken dürfen keinesfalls durch weitere Haushaltskürzungen gefährdet werden", erklärte der Spitzenverband.
Allerdings ließen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler weiter zu wünschen übrig. Zu den wichtigsten Ursachen gehörten die Sprachprobleme vieler Kinder. „Kein anderes Bundesland hat es mit einer so großen Herausforderung zu tun. Mit dem Kita-Chancenjahr und mehr Unterstützung beim Spracherwerb ist die Koalition hier auf dem richtigen Weg", befand Schirp weiter.
Eine Vorschulpflicht für Kinder ab drei Jahren, für die sich Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch einsetzt, hält er für richtig. „Dagegen bleibt bei der Lehrkräfte-Ausstattung noch viel zu tun. Klar ist aus Sicht der Wirtschaft: Höhere Investitionen direkt in die Bildungsqualität bringen den Schülerinnen und Schülern bessere Chancen als kostenlose Schulmittagessen für alle."
Brandenburg braucht mehr Bildungserfolg
Brandenburg dürfe sich mit dem vorletzten Platz im Bildungsranking auf keinen Fall zufriedengeben. Der Mangel an Lehrerinnen und Lehrern sowie an Erzieherinnen und Erziehern sei eklatant. Eine Folge sind den Unternehmensverbänden zufolge zu wenige Unterrichtsstunden und zu große Schulklassen und Kitagruppen. „Das sind keine guten Voraussetzungen für bessere Bildungsergebnisse."
Ein weiterer wunder Punkt sind aus Sicht der Wirtschaft die schlechten Noten für die Hochschullandschaft in Brandenburg. „Hier muss das Land handeln" verlangte Schirp. Allerdings gleiche die Kooperation in der Hauptstadtregion viele Defizite aus. Hier habe die INSM-Studie nicht im Blick, dass Berlin und Brandenburg ihre Bildungs- und Hochschulangebote aufeinander abstimmten.
Disclaimer
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