24.09.26 | Berlin

Schirp: „Echte Konjunkturwende steht weiter aus – Wachstum first muss für Berlin und Brandenburg die Devise sein“

Zu den neuen Daten zum Wirtschaftswachstum in Berlin und Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 erklärt UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp:

„Die Konjunkturwende in Berlin und Brandenburg lässt weiter auf sich warten. Im ersten Halbjahr sind die Pluszeichen in der Wirtschaft besser als befürchtet, aber nicht begeisternd. Berlin hat seinen Wachstumsvorsprung gegenüber den anderen Bundesländern eingebüßt und ist nur noch Durchschnitt. Brandenburg schafft nach einer langen Durststrecke wieder ein Plus und liegt im Bundesvergleich sogar auf Rang vier. 

Die leichte Belebung in einzelnen Branchen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise längst nicht ausgestanden ist. Die aufwärts gerichteten Prognosen der Institute bedeuten noch keine Entwarnung. Hier geht es nur um Erwartungen in einem unsicheren und volatilen weltweiten Umfeld. Das Investitionsklima bleibt getrübt, vor allem in der Industrie. Während der Staat kräftig investiert, halten sich private Unternehmen wegen hoher Kosten und großer Unsicherheit zurück. Auch der Arbeitsmarkt in der Hauptstadtregion zeigt, dass wir von einem Aufschwung noch weit entfernt sind. 

Fest steht, dass Berlin und Brandenburg deutlich mehr Wachstum brauchen. In beiden Ländern sind die Kassen der öffentlichen Hand leer. Nur mit mehr Beschäftigung und höheren Unternehmenserträgen werden die Steuereinnahmen wieder steigen. Erst dann hat die Politik wieder Spielraum für Investitionen.

Die Parteien in Berlin müssen bei der Regierungsbildung jetzt darauf achten, dass ihre Vereinbarungen nicht den Wirtschaftsmotor abwürgen. Höhere Steuern und Abgaben werden das Einnahmeproblem auf mittlere Sicht nicht lösen, sondern weiter verschärfen. Abenteuer wie die Enteignung von Wohnungsunternehmen könnten die Landesfinanzen vollends ins Chaos stürzen.“

Disclaimer

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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