Schirp: „Strukturkrise beeinträchtigt den Jobmarkt immer stärker“
„In der Hauptstadtregion beginnt das neue Jahr, wie das alte geendet hat – mit dürftigen Zahlen vom Arbeitsmarkt." Das sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp mit Blick auf die jüngsten Daten der Arbeitsagentur für den Januar 2026. „Weniger Beschäftigte, weniger offene Stellen, weiter steigende Arbeitslosigkeit und zehn Prozent mehr Langzeitarbeitslose als vor einem Jahr – das bereitet uns Sorgen. Für die Unternehmen bleibt das Umfeld angesichts der anhaltenden Strukturprobleme schwierig." Zudem schürten immer neue Handelskonflikte Unsicherheit in den exportorientierten Unternehmen.
Auf IT-Experten und Ingenieure kommt es an
Dabei hätten Berlin und Brandenburg enorme Potenziale, befand der Hauptgeschäftsführer weiter. Wenn es gelinge, deutlich mehr Fachkräfte aus dem IT- und Ingenieurbereich anzuziehen und zu beschäftigen, könne die Wirtschaftskraft auf Dauer um zweistellige Milliardenbeträge steigen, sagte Schirp unter Verweis auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft für die UVB.
In Berlin klettert die Arbeitslosigkeit durch Konjunkturschwäche und Jahreszeit weiter. Schirp kritisierte „wachstumsfeindliche Debatten in der Berliner Politik". Die Drohung mit einer Ausbildungsplatzabgabe und mit Vergesellschaftung schrecke Unternehmen und potenzielle Investoren ab. „Mit einem Verzicht auf diese Pläne könnte die Regierungskoalition signalisieren, dass sie die Standortsorgen der Wirtschaft ernst nimmt."
Stabilisierung in Brandenburg
In Brandenburg steige die Arbeitslosigkeit ebenfalls. Saisonbereinigt seien die Zahlen allerdings bereits seit neun Monaten stabil. „Ein Lichtblick ist zudem das Plus bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 1.600. Wir hoffen, dass SPD und CDU im neuen Koalitionsvertrag diesen Schwung nutzen und helfen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Land zu stärken."
Disclaimer
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.