Schönwetterphase am Jobmarkt ist vorbei – Firmen müssen der Krise Tribut zollen
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg sehen mit Ernüchterung auf die neuen Zahlen vom Jobmarkt. „Die Schönwetterphase auf dem Arbeitsmarkt ist vorbei. Der Wirtschafts-Abschwung, hohe Inflation und Zinsen zeigen sich längst in den Zahlen der Arbeitsagenturen", sagte Alexander Schirp aus der Hauptgeschäftsführung.
"Bereitschaft, Personal einzustellen, ist zurückgegangen"
"15.000 Arbeitslose mehr in der Region als vor einem Jahr machen deutlich, dass die Unternehmen der Krise Tribut zollen müssen", befand er weiter. "Die Bereitschaft der Unternehmen, neues Personal einzustellen, ist deutlich zurückgegangen."
Vor diesem Hintergrund passen laut Schirp die neuen Sparpläne des Bundesarbeitsministeriums überhaupt nicht in die Landschaft. Vorgesehen sei, dass in Zukunft die Arbeitsagenturen für die Weiterbildung der Empfänger von Bürgergeld zuständig sein sollen und nicht mehr wie bislang die Jobcenter. "Damit will der Bund die Kosten auf die Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung verschieben", sagte er.
Zudem seien erhebliche Umsetzungsprobleme zu befürchten. "Derartige Reibungsverluste können angesichts der aktuell schwierigen Lage die Arbeitsagenturen, die arbeitslosen Menschen und die Firmen, die auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind, überhaupt nicht gebrauchen."
Stagnation der Konjunktur in der Hauptstadt
Schirp zufolge tritt die Wirtschaft in Berlin auf der Stelle, mit dem Arbeitsmarkt sei es ebenso. "Die Beschäftigung wächst noch, allerdings in weit geringerem Maße als noch 2022. Es steht zu befürchten, dass wir bei der Arbeitslosenquote noch länger mit einer Neun vor dem Komma werden leben müssen. Trotz aller Erfolge in der Vergangenheit."
Auch in Brandenburg zeige der Arbeitsmarkt-Trend nach Süden. In der Industrie laufe es zwar gut. "Andere Branchen mit einer größeren Abhängigkeit vom privaten Konsum erleben dagegen schwierigere Zeiten.“
Disclaimer
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