UVB fordert Kurskorrektur bei der Förderung arbeitsloser Jugendlicher
Jobcenter müssen Qualifizierungsmaßnahmen aus- statt abbauen
Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen für den Monat Juli äußerte sich UVB-Geschäftsführer Alexander Schirp zur Situation arbeitsloser Jugendlicher:
„Dank der gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten in der Hauptstadtregion ist es gelungen, die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren seit 2005 um mehr als zwei Drittel zu reduzieren. Das ist ein großer Erfolg. Doch bei aller Euphorie dürfen wir die arbeitslosen Jugendlichen ohne Berufsabschluss nicht vergessen – für diese Zielgruppe müssen wir uns wieder stärker engagieren. Denn ihr Anteil an den arbeitslosen Jugendlichen steigt immer weiter an. In Berlin sind 11.300 (84 Prozent) aller arbeitslosen Jugendlichen in der Zuständigkeit der Jobcenter ohne Ausbildung, in Brandenburg 4.100 (68 Prozent) aller Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund ist es richtig, dass die Jobcenter bestrebt sind, ihre Maßnahmen zielgenauer und betriebsnäher auszurichten. Unerfreulich ist allerdings, dass die Berliner Jobcenter ihre Ausgaben für spezielle Maßnahmen für Jüngere im ersten Halbjahr 2014 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum um 24 Prozent reduziert haben, die Brandenburger Jobcenter um 49 Prozent. Hier muss dringend umgesteuert werden!“
Schirp weiter: „Arbeitslose Jugendliche ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden in der Regel von Betrieben nicht eingestellt, sie haben geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Hoffnung, Betriebe würden diese arbeitslosen Jugendlichen in Ausbildung aufnehmen, ist trügerisch. Denn Betriebe übernehmen vorzugsweise Schulabgänger in eine betriebliche Ausbildung. Wenn sie keine geeigneten Bewerber finden, lassen sie Ausbildungsplätze eher unbesetzt, statt sie mit Arbeitslosen zu besetzen, bei denen sie unsicher sind, ob sie diese bis zum Bestehen der Abschlussprüfung erfolgreich ausbilden können.“
Abschließend betonte Schirp: „Wichtigste Akteure der Arbeitsmarktpolitik für arbeitslose Jugendliche ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind die Jobcenter. Speziell für diese Gruppe müssen diese ihren Qualifizierungsauftrag besser erfüllen. Denn Qualifizierung ist die einzige Chance um langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“
Disclaimer
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