20.04.26

Wirtschaft fordert Bildung für eine Welt im Wandel

Weickert: „Mehr Verzahnung nötig – von der Kita bis zur Weiterbildung“

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion setzt sich dafür ein, die Bildungspolitik stärker als Ganzes zu denken und alle Bereiche des Lernens, von der Kita bis zur Hochschule, systematisch miteinander zu verzahnen. Angesichts eines sich wandelnden Arbeitsmarktes und zunehmender Fachkräfteengpässe müsse das Thema zu einer zentralen Zukunftsaufgabe werden.

„Angefangen vom Lernen im Kleinkind-Alter bis zur Weiterbildung von Beschäftigten: Überall in der Bildungskette sehen wir noch Brüche und Reibungsverluste“, sagte Sven Weickert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Montag in Berlin. „Hier gibt es noch viel Potenzial für Verbesserungen.“

Der Spitzenverband der Wirtschaft diskutierte den Handlungsbedarf auf einer Roundtable-Veranstaltung mit Bildungsexperten, Politikern und Unternehmensvertretern. Die UVB hatte das Thema bereits vergangene Woche bei der Vorstellung ihrer Agenda für die Abgeordnetenhaus-Wahl adressiert. „Nötig ist ein durchgängiger und verbindlicher Ansatz, der Bildung neu denkt und sie an den Anforderungen der Arbeitswelt ausrichtet“, befand Weickert. „Künstliche Intelligenz beispielsweise verändert die Gesellschaft in ungeahnter Geschwindigkeit. Schule muss heute die nötigen Schlüsselkompetenzen vermitteln, um in einer Welt im Wandel zu bestehen.“ 

„Bildung nicht nur verwalten, sondern auch gestalten“

Die Wirtschaft sieht sechs zentrale Herausforderungen in der Bildung. Erstens müsse die frühkindliche Bildung deutlich gestärkt werden, um die Startchancen von Jungen und Mädchen zu verbessern. Zweitens brauche das Schulsystem bessere Rahmenbedingungen, mehr Praxisorientierung und einen starken Fokus auf Schlüsselkompetenzen.

Drittens fordert der Verband eine systematische Berufsorientierung, um mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu gewinnen. Viertens müssten Berufsschulen modernisiert und personell gestärkt werden. Fünftens sollten Hochschulen stärker als Schnittstelle zur Wirtschaft und als Orte lebenslangen Lernens weiterentwickelt werden. Sechstens müsse Weiterbildung zum integralen Bestandteil im Erwerbsleben und zudem flexibler werden.

„Berlin hat in der Bildungspolitik zuletzt Schritte in die richtige Richtung gemacht“, sagte Weickert weiter. „Gute Bildung sei eine Voraussetzung für Wachstum, Innovation und gesellschaftliche Teilhabe. „Die Politik ist jetzt gefordert, Bildung nicht nur zu verwalten, sondern mutig und strategisch zu gestalten.“ 

Mehr zu den Forderungen der Wirtschaft für eine moderne Bildungspolitik gibt es hier

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Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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