28.08.26

Zum Start ins neue Ausbildungsjahr sind noch 14.000 Stellen unbesetzt

Wirtschaft sieht junge Chancen für junge Menschen in Berlin und Brandenburg

Junge Menschen in Berlin und Brandenburg haben noch beste Chancen auf eine duale Ausbildung in einem vielversprechenden Beruf. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. September 2026 weisen die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg darauf hin, dass die Betriebe in der Hauptstadtregion noch schätzungsweise 14.000 junge Frauen und Männer suchen. „Selbst wer erst jetzt auf die Suche geht, kann im neuen Ausbildungsjahr noch einen attraktiven Platz finden“, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp. 

Viele Plätze werden nicht erfasst

Für Berlin und Brandenburg weisen die Arbeitsagenturen aktuell noch 7.500 unbesetzte Ausbildungsplätze aus. In der Praxis dürfte der Wert viel höher liegen, weil viele Unternehmen ihre offenen Stellen nicht meldeten oder ihr Angebot in der öffentlichen Zählweise nicht erfasst werde, analysiert Schirp. „Deshalb kommen wir auf eine deutlich höhere Zahl. Angebot und Nachfrage in der Region sind also in etwa ausgeglichen.“ Berlin gehöre zu den Ländern mit dem stärksten prozentualen Anstieg bei den Ausbildungsverträgen in den vergangenen Jahren. In Brandenburg sei das Angebot vor allem wegen der demografischen Entwicklung groß. Deshalb sei es für junge Menschen aus Berlin ratsam, bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle auch ins Umland zu blicken. 

„Ausbildungsplatzabgabe zu den Akten legen“

Der UVB-Hauptgeschäftsführer verwies auf die hohe Wahrscheinlichkeit, nach einer erfolgreichen Ausbildung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. „Durchschnittlich acht von zehn jungen Menschen bleiben nach der Ausbildung im Betrieb, so viele wie noch nie. Das zeigt, dass die Unternehmen strategisch in die Zukunftsaufgabe Fachkräftesicherung investieren.“ Zwischen den Branchen gebe es allerdings Unterschiede: Im Finanz- und Versicherungswesen, in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Lagerei sowie in der öffentlichen Verwaltung sei es für Azubis besonders wahrscheinlich, nach der Lehrzeit übernommen zu werden. Hier wurden 2024 fast neun von zehn Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen weiterbeschäftigt. 

Wirtschaft fürchtet massive Schäden

Schirp warnte davor, angesichts der vielen Möglichkeiten den Ausbildungsmarkt schlecht zu reden, vor allem in Berlin. „CDU und SPD rechtfertigen die Ausbildungsplatzabgabe damit, dass es an Angeboten der Unternehmen mangele. Das ist nachweislich nicht der Fall“, befand Schirp. „Wir erwarten, dass die nächste Koalition in Berlin das Thema zu den Akten legt. Denn die Ausbildungsplatzabgabe bringt den jungen Menschen nichts, richtet in der Wirtschaft aber massiven Schaden an. Stärkere Anstrengungen für eine bessere Schulqualität und für eine frühere Berufsorientierung wären deutlich zielführender als das Bürokratiemonster Ausbildungsplatzabgabe.“ 

Disclaimer

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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