03.12.18Berlin

Saubere Luft ist nicht alles

Das Auto der Zukunft muss vor allem sicher sein. Deshalb sind die Erwartungen an das autonome Fahren so hoch.

Wann kommen sie denn nun, die vollautomatisch fahrenden Autos, die sauber, elektrisch und sicher unterwegs sind? Und das nicht nur auf der Autobahn, sondern auch im komplexen Stadtverkehr?

Das wird noch ein paar Jahre dauern, glaubt Kai Stefan Linnekohl. Er ist Geschäftsführer der IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr aus Berlin. Vollautonome Fahrzeuge werden seiner Ansicht nach zuerst Shuttle-Services im Personenverkehr und die Logistik revolutionieren, sagte er bei der 18. Frühstücksdebatte Intelligente Mobilität, organisiert von der UVB und der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO.

Vollautomatische Autos sind noch ferne Zukunftsmusik

Dass der Mensch nur noch das Ziel festlegen und das System starten muss, die Fahrzeuge sowohl auf Autobahnen als auch auf Landstraßen vollautomatisch unterwegs sind, selbst im hoch komplexen Stadtverkehr – das sei noch Zukunftsmusik. Heute sind diese Fahrzeugtypen aus Sicherheitsgründen und zu Testzwecken vorerst nur in begrenzten Quartieren unterwegs: beispielsweise auf dem Charité-Gelände in der Hauptstadt, dem EUREF-Campus oder dem Siemens-Werksgelände in München, wo Siemens die hauseigene Verkehrsleittechnik testet.

Die IAV ist einer der wichtigsten Zulieferer der Autoindustrie. Seit 2007 beschäftigt sich die IAV mit der Automatisierung von Fahrzeugen. Viele der damals geplanten visionären Technologien sind längst im heutigen Massenmarkt angekommen: Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfen, Fußgänger- oder Umfelderkennung sind heute vielfach Standard.

Noch muss der Fahrer eingreifen können

In größeren Quartieren wie der Hamburger Speicherstadt testet die IAV GmbH bereits autonom fahrende Kleinbusse für den Personentransport. Ab 2021 soll dort der Regelbetrieb beginnen. Vielleicht schon vorher werden nach Linnenkohls Einschätzung hochautomatisierte Fahrzeuge auf den Markt kommen. Bei ihnen übernimmt das System die Führung, ein Sicherheitsfahrer muss aber jederzeit eingreifen können.

Mit vollautomatischen Fahrzeugen wird der Verkehr viel besser – das sahen auch die Teilnehmer der Frühstücksdebatte so. Auch wenn viele begeisterte Autofahrer das Lenkrad wohl nur ungern loslassen werden – die vernetzte Kommunikation smarter Fahrzeuge untereinander, mit der Umgebung und mit Fußgängern und Fahrradfahrern verspricht ihrer Ansicht nach viele Vorteile. Nicht zuletzt dürften Unfälle deutlich seltener werden. Daher wird vermutlich vor allem die Versicherungswirtschaft am autonomen Fahren großes Interesse haben.

In den vielfach überlasteten Innenstadtbereichen kann die Logistik dank der neuen Technik in Zukunft auch smarter, bedarfsgerechter und mit weniger Emissionen organisiert werden. Automatisiertes Parken und neuartige Shuttle-Angebote von der Peripherie in die Städte entlasten nicht nur die Mitfahrer, sondern reduzieren auch den Verkehr in den Städten. Es wird erwartet, dass wir bald einen „Peak Point“ erreichen, bei dem intelligente Technik verpflichtend für die Zulassung von Fahrzeugen wird. Denn sie bietet nicht nur mehr Komfort, sondern vor allem mehr Sicherheit. 

In seinem Schlusswort konzedierte Linnenkohl, dass die deutschen Hersteller erst spät in diesen Markt eingetreten seien. Doch jetzt arbeiteten sie gründlich und brächten mit aller Macht „tolle neue Fahrzeuge“ auf den Markt. Allerdings sei die Infrastruktur hierzulande eine besondere Herausforderung. Doch er zeigte sich überzeugt: „E-Mobilität wird sich bald durchsetzen. Denn E-Mobilität ist eine attraktive Mobilität.“

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