07.11.23

MINT-Herbstreport 2023

Der aktuelle MINT-Herbstreport zeigt, dass die bundesweite Fachkräftelücke im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)  im September 2023 mit rund 285.800 fehlenden Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, aber weiterhin auf sehr hohem Niveau bleibt.

Die größten Engpässe bestehen mit 81.900 in den Energie-/Elektroberufen, in den Berufen der Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 53.900 sowie in den IT-Berufen mit 43.600.

Fachkräftebedarf in Berlin-Brandenburg

In der Region Berlin-Brandenburg sind derzeit 28.200 MINT-Stellen unbesetzt (Stand: September 2023). Dabei entfallen 14.200 offene Stellen auf den nicht-akademischen Bereich der Facharbeiter, Meister und Techniker und 14.000 auf den akademischen Bereich. Demgegenüber stehen 18.162 Arbeitslose (Stand: September 2023), davon 10.766 Personen mit beruflicher sowie 7.396 mit akademischer Qualifikation.

Der Anteil der älteren MINT-Beschäftigten ab 55 Jahren steigt im Bundesdurchschnitt seit Jahren und beträgt aktuell 22,3 Prozent. In Berlin liegt der Anteil der älteren Beschäftigten derzeit bei 19,0 Prozent. Brandenburg hat mit 25,5 Prozent bundesweit den zweitgrößten Anteil älterer Beschäftigter. Von den zehn Landkreisen mit dem größten Anteil älterer Beschäftigter ab 55 Jahren stammen drei aus Brandenburg. Am größten ist der Anteil mit 34,8 Prozent im Landkreis Spree-Neiße.

Gestiegen ist unter den MINT-Beschäftigten zudem der Anteil von ausländischen Arbeitskräften. In Brandenburg stammen 9,7 Prozent der MINT-Beschäftigten aus dem Ausland, in Berlin 20,9 Prozent (bundesweit: 12,2 Prozent).

Auch der Anteil der Frauen an allen MINT-Beschäftigten steigt weiter an. Brandenburg liegt hier mit 15,2 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 16,1 Prozent. In Berlin ist der Anteil der Frauen an allen MINT-Beschäftigten mit 22,2 Prozent bundesweit deutlich am größten.

Bei der IT-Beschäftigung zeigt sich, dass zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem ersten Quartal 2023 Berlin einen besonders hohen Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen hatte (+155,3 Prozent) – die Zahl der Beschäftigen stieg von 29.388 auf 75.017. In Brandenburg konnte in dieser Zeit ein Beschäftigungszuwachs von 74,5 Prozent beobachtet werden – hier entwickelte sich die IT-Beschäftigung von 6.262 auf 10.926.

Handlungsempfehlungen

Der Report gibt auch Handlungsempfehlungen, wie es gelingen kann, dass sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung oder Studium in den MINT-Berufen entscheiden. Langfristig wirken sich dabei bessere Bildungschancen in der Gesellschaft für das MINT-Fachkräfteangebot aus. Kurz- bis mittelfristig wirken sich Maßnahmen bei den Potenzialen von Frauen, Älteren und Zuwandererinnen und Zuwanderern positiv aus.  

Gesondert betrachtet wird im Herbstreport 2023 der Lehrkräfte-Mangel, insbesondere auch in den MINT-Fächern. Hier empfiehlt das Autorentram u.a. Möglichkeiten zur Einstellung von Ein-Fach-Lehrkräften zu schaffen, die Potenziale von zugewanderten Lehrkräften stärker auszuschöpfen und Unterstützungsmaßnahmen durch Schulverwaltungsassistenzen umzusetzen.

MINT-Report

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“. Gesamtmetall, BDA und „MINT Zukunft schaffen“ sind Mitglieder im Nationalen MINT Forum.

Der Report

Ihre Ansprechpartnerin im Verband

Stefanie Cyzbik
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