23.10.17Berlin | Allianz

Kick-off der neuen Plattform führen.digital

Experten und Nachwuchsführungskräfte diskutieren gemeinsam über gute Führung im digitalen Zeitalter

Ein halbes Jahr lang haben 20 Nachwuchsführungskräfte aus Wirtschaft und Bundeswehr im Rahmen des Innovationskreises „Führen lernen“ intensiv an Führungskonzepten und Handlungsempfehlungen für die Führungskraft im digitalen Zeitalter gearbeitet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten sie am Donnerstag auf dem „Expertentreffen führen.digital“.

Bis in die letzte Reihe waren die Plätze im Vortragssaal des Gastgebers, der Allianz Deutschland AG am Treptower Park, gefüllt. Mehr als 100 Gäste waren gekommen, um die Ergebnisse des Innovationskreises kennenzulernen und mit gestandenen Experten und Nachwuchsführungskräften über die Herausforderungen der Führungskraft 4.0 zu diskutieren.  

Führen in VUCA-Zeiten

Dr. Lynn Schäfer, Geschäftsführerin des ESCP Europe Talent Management Instituts, eröffnete die Diskussionsrunde mit einem Impuls zum Thema „Wie der digitale Wandel die Führung verändert“. Kaum ein Zeitalter sei so sehr geprägt von Volatilität (volatility), Unsicherheit (uncertainty), Komplexität (complexity) und Mehrdeutigkeit (ambiguity) wie das digitale Zeitalter, beschrieb sie die Herausforderungen des digitalen Wandels.

Welche Prioritäten Nachwuchsführungskräfte setzen und welche Themen für sie von elementarer Bedeutung sind, erfuhren die Gäste in der anschließenden Präsentation der Arbeitsgruppe des Innovationskreises "Führen lernen 4.0". Die 20 Akteure der Gruppe nehmen ihre Führungsverantwortung sehr ernst und zwar unabhängig davon, ob sie als junge Führungskraft in einem Unternehmen der Wirtschaft oder bei der Bundeswehr agieren. Flexibilität bei hoher Komplexität konnten und mussten sie in ihrer gemeinsamen Projektarbeit unter Beweis stellen – nicht zuletzt unter Verwendung aller verfügbaren digitalen Kommunikationsmittel.

„In einer Welt, die sehr volatil, komplex, ungewiss und agil geworden ist, ist Führen ein wichtigeres Thema als jemals zuvor“, bestätigte auch  Experte Stefan Moschko, Leiter Human Resources Deutschland bei der Siemens AG, die hohe Bedeutung von Führung in der digitalen Arbeitswelt. „Ob analog oder digital, ob Generation Babyboomer oder Generation Y – mit Beidem müssen Führungskräfte umgehen können“, fügte Moschko hinzu.

Damit war die Expertenrunde eröffnet. Gemeinsam sprachen Martina Neise, Stefan Moschko, Generalleutnant Peter Bohrer und Generalleutnant Eberhard Zorn über die Eigenschaften, die erfolgreiche Führungskräfte mitbringen müssen. Wichtig sei vor allem das Verständnis für die Notwendigkeit von Führung. „Wir werden im digitalen Zeitalter viel mehr geführt als früher, denn alles wird anspruchsvoller“, erklärte Martina Neise, Personalleiterin der Daimler AG am Standort Berlin-Marienfelde. Auch Generalleutnant Peter Bohrer, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis, bestätigte: „Am Ende bleibt vor allem das Notwendigsein von Führung. Denn Handlungsspielräume zu geben und zu nutzen, ist auch in der digitalen Welt ein wichtiges Thema.“

Führung braucht Gesicht und Präsenz

Dabei stünden aber nicht nur die digitalen Techniken im Vordergrund, betonte Generalleutnant Eberhard Zorn, Abteilungsleiter Personal im BMVg. „Nur mit digitalen Medien schaffen Sie kein Vertrauen. Irgendwann müssen Sie Ihr Team auch zusammenbringen“, riet er den jungen Nachwuchsführungskräften. „Führung braucht Gesicht und Präsenz – auch in der digitalen Welt 4.0.“

Ob analog oder digital – der Mitarbeiter steht immer im Vordergrund. „In einer Welt, in der wir immer und zu jeder Zeit von zahlreichen Informationen erreicht werden können, muss ich als Führungskraft dafür sorgen, dass meine Mitarbeiter mit allen Medien umgehen und ihre Ziele erreichen können. Das ist Führung“, betonte Neise.

Bei allen neuen Techniken und veränderten Workflows, haben die Kernthemen von Führung weiterhin Bestand, gab auch Moschko dem Auditorium mit auf den Weg. „Freiheit und Vertrauen waren und sind für mich immer die Schlüsselthemen von Führung. Lassen Sie Ihren Mitarbeitern die Freiheit, Dinge auszuprobieren. Denn dann haben sie auch Freude an der Arbeit. Dennoch gehören Disziplin und Nachhaltigkeit immer dazu.“

„Nein“ ist erlaubt

Nach dem Input durften die Nachwuchsführungskräfte ran und eigene Fragen stellen. Eine, die sie dabei besonders interessierte, war die Frage, ob und wann Führungskräfte „Nein“ sagen dürfen.

„Auch in der neuen, modernen Führungswelt ist ein „Nein“ erlaubt und auch notwendig“, erklärte Neise. „Denn auf Augenhöhe heißt nicht nur Du-Kultur und Krawattenverzicht. Ich muss gleichermaßen transparent erläutern können, was geht und was eben nicht geht, um gemeinsam ein Optimum auszuhandeln.“ Das sah auch Moschko so: „Dass jemand „Nein“ sagen kann und nicht nur macht, was ihm gesagt wird, bereichert ein Unternehmen und ist in der heutigen agilen und komplexen Welt zwingend notwendig.“ Voraussetzung dafür sei es jedoch, ein Klima zu schaffen, dass Widersprüche erlaubt, ergänzte Bohrer. Empathie sei hier das Schlüsselwort. Denn es sei wichtig, auch introvertierte und schüchterne Mitarbeiter zu ermutigen, ihre Meinung zu sagen. Das erfordere jedoch ein Umdenken auf allen Ebenen.

Dass gute Führung im digitalen Zeitalter immer alle Ebenen einer Organisation einbeziehen muss, sah auch Zorn als eines der zentralen Themen: „Man braucht digitale Technik, um sie nutzen zu können. Aber es braucht vor allem die Bereitschaft allen Ebenen, um dies auch erfolgreich zu tun.“

führen.digital geht online

Diese und zahlreiche andere wertvolle Tipps für gute Führung in der digitalen Arbeitswelt fasst die neue Website www.fuehren.digital zusammen, die als Arbeitsergebnis aus dem diesjährigen Innovationskreis „Führen lernen“ entstanden ist. Gemeinsam hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Bundeswehr und Startups mit viel Elan und Engagement an der Seite gearbeitet, die nun die Erkenntnisse aus den Vorjahren des Arbeitskreises übersichtlich und digital aufbereitet. Ergänzt wurde das Angebot durch informative Podcasts mit Führungsexperten und Videos zum Projekt.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit führen.digital ist eine Plattform entstanden, die angehenden Führungskräften eine breite Wissensbasis für ihre Arbeit liefert und in den kommenden Jahren stetig weiterwachsen soll.

Die Führungstipps der Experten

  • Eberhard Zorn: „Seien Sie Sie selbst und seien Sie authentisch – nach innen und außen.“
     
  • Martina Neise: „ Wissen Sie zu jeder Zeit, was Sie wollen.“
     
  • Stefan Moschko: „ Lassen Sie sich auf Neues und auf Menschen ein.“
     
  • Peter Bohrer: „Digitalisierung hin oder her, nehmen Sie sich Zeit für die Menschen.“

Eindrücke

führen.digital

Bericht der Bundeswehr

Podcast

Ihre Ansprechpartnerin zum Projekt

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Jutta Wiedemann
Abteilungsleiterin Betriebliche Personalpolitik und Fachkräftesicherung
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