22.03.17Berlin

UVB verlangt umfangreiche Bildungsoffensive für Berlin und Brandenburg

Präsident Dr. Niehage: „Müssen junge Menschen gezielter auf den digitalen Wandel vorbereiten“

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion setzt auf eine umfassende Bildungsoffensive von der Kita bis zur Hochschule, damit junge Menschen und Beschäftigte für den digitalen Wandel gerüstet sind. „Längst verändert die Digitalisierung Arbeit, Lernen, Bildung und Kommunikation von Grund auf. Roboter, Datenbrillen, Algorithmen und künstliche Intelligenz gehören in Fabriken, Laboren und  Büros heute zum Alltag. Darauf müssen wir die junge Generation viel intensiver vorbereiten“, sagte Dr. Udo Niehage, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), auf dem UVB-Unternehmertag am Mittwoch in der Technischen Universität Berlin. „Wir brauchen mehr Bildung, bessere Bildung und neue Formen der Bildung.“

Dr. Niehage begrüßte vor rund 250 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Lichthof der TU Berlin das Vorhaben des neuen Senats, mehr Geld in die Modernisierung von Schulgebäuden zu investieren. Es dürfe aber nicht allein um frische Farbe und um die Reparatur von Dächern gehen. „Die digitale Infrastruktur darf nicht zu kurz kommen. WLAN, mobile Endgeräte und digitale Lehrmethoden sind wichtig, damit die Schulen den Anschluss behalten und die jungen Menschen bestens vorbereitet in das Berufsleben starten können“, mahnte der UVB-Präsident. Angesichts des demografischen Wandels und zunehmender Fachkräfteengpässe müssten sich die Schulen zudem darum kümmern, die jungen Menschen besser auf den Beruf und die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten.

Dr. Niehage begrüßte unter den Gästen des Unternehmertages insbesondere den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und den Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer.

Das UVB-Präsidium hat aus Anlass des Unternehmertages einen Katalog mit bildungspolitischen Leitlinien für die Hauptstadtregion verabschiedet. Der Verband verlangt darin, alle Ebenen des Systems mit zusätzlichen Mitteln zu stärken. In den Kitas müsse es mehr Erzieher geben, an den Schulen zusätzliches und besser qualifiziertes Lehrpersonal. Zudem setzt sich die UVB dafür ein, mehr Themen aus dem Berufsalltag auf die Stundenpläne zu setzen und die Berufswahlkompetenz der jungen Menschen zu erhöhen. Um die duale Ausbildung attraktiver zu machen, sollten die Berufsschulen modernisiert und besser ausgestattet werden. Die Universitäten müssten sich darum kümmern, Berufstätige permanent weiterzubilden und praxisorientierte duale Studiengänge aufzuwerten, fordern die Unternehmensverbände weiter. Auch die Betriebe und die Mitarbeiter seien gefragt. „Lebenslanges Lernen wird ein selbstverständlicher Teil der Personalentwicklung“, heißt es in den Leitlinien. Hier gelte es, kleinere und mittlere Unternehmen beim Weiterbildungs-Engagement zu stärken.

Dr. Niehage verwies in diesem Zusammenhang auf das Engagement der Unternehmen bei der Fachkräftesicherung. Allein in den vergangenen beiden Jahren habe die Wirtschaft rund 2.500 zusätzliche Ausbildungsplätze in Berlin und Brandenburg angeboten. „Wir helfen zudem benachteiligten oder geflüchteten Jugendlichen, und wir versuchen, junge Frauen zunehmend für technische Berufe zu begeistern“, sagte er. „In unserem UVB Digital Labor begleiten wir die Unternehmen auf dem Weg in die Wirtschaft 4.0 – mit Hilfestellungen zu Themen wie Bildung, Führung und Arbeitsorganisation im digitalen Zeitalter.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, unterstrich, dass für ihn und für die von ihm geführte Senatskoalition die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung eine zentrale bildungspolitische Leitlinie ist: „Wir werden deshalb die Berufsbildung in Oberstufenzentren und insbesondere die duale Ausbildung stärken. Beim Übergang von der Schule in die Ausbildung werden wir weitere Verbesserungen schaffen. Mir liegt auch persönlich besonders daran, Kombinationsmodelle zwischen dualer Ausbildung und Studium zu fördern.“

Müller, der auch die Aufgaben eines Senators für Wissenschaft wahrnimmt, betonte weiter, dass vor dem Hintergrund der Digitalisierung in Unternehmen und Betrieben, aber auch in Universitäten und Wissenschaft, der Berliner Senat die digitale Schulbildung entwickeln und fördern werde: „Anders kann eine auf Exzellenz orientierte Bildungs- und Wissenschaftspolitik für das 21. Jahrhundert heutzutage nicht mehr funktionieren. Dabei legen wir auch großen Wert auf Maßnahmen der Weiterbildung. So können wir dem rasanten technologischen Entwicklungsfortschritt Rechnung tragen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“

Auch Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer warnte in seiner Rede davor, das Thema Bildung zu vernachlässigen. „Unser Bildungssystem muss aus der Durchschnittlichkeit zur Weltspitze aufsteigen. Keine Investition bringt mehr Rendite als Investitionen in die Bildung“, führte er in der Technischen Universität aus. Damit lege die Gesellschaft die Grundlage für eine gute wirtschaftliche Zukunft. „Wir müssen vor allem für die duale Berufsausbildung werben und dabei die Berufsschulen massiv stärken. Sie brauchen eine moderne Ausstattung“, befand der Unternehmer aus Bremerhaven.

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Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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