Aktuelle Situation der Gasversorgung

Auf dieser Seite bieten wir Ihnen weiterführende Informationen zur aktuellen Situation bei der Gasversorgung.

Maßnahmen bei Gasmangellage

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23.06.2022 mit der Alarmstufe die 2. Stufe des dreistufigen Notfallplans in Deutschland ausgerufen. Im Falle der Ausrufung der Notfallstufe (3. Stufe) kommt es zu einer Gasmangellage. In dieser Situation wird die Bundesnetzagentur zum Bundeslastverteiler. Sie übernimmt dann hoheitlich die Verteilung und Zuteilung der knappen Gasmengen. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den Gasnetzbetreibern. Mehr zur Rolle der Bundesnetzagentur bei Gasmangellage finden sich hier.

Die Bundesnetzagentur aktualisiert werktäglich den Lagebericht zur Gasversorgung. Er enthält u.a. die Summe der Gasimporte, den Füllstände der Gasspeicher, den momentanen Gasverbrauch und den aktuellen Gaspreis.
 

Sicherheitsplattform Gas

Am 1. Oktober 2022 startet die „Sicherheitsplattform Gas" der Bundesnetzagentur. Über sie wird im Fall einer Gasmangellage die Gasversorgung organisiert werden. Sie dient als zentrales Kommunikationsinstrument zwischen betroffenen Unternehmen und Bundesnetzagentur (BNetzA) sein. Betroffen sind Gasverbraucher mit einer Anschlusskapazität oberhalb von 10 MWh/h. Sie müssen sich ab dem 1. Oktober 2022 auf der Webseite der Sicherheitsplattform registrieren. Auf dieser Seite sind auch Hinweise zur Datenerhebung hinterlegt. Zum 31. Oktober 2022 endet das Registrierungsfenster. Letztverbraucher mit einer geringeren Anschlusskapazität dürfen sich nicht registrieren.

Meldepflichtig sind rund 2.500 Unternehmen, auf die 45 Prozent des deutschen Gasverbrauchs entfallen. Darunter benötigen rund 250 Unternehmen rund 70 Prozent dieser Menge. An sie wendet sich die BNetzA im Falle einer Mangellage zuerst. Ein BNetzA-Krisenstab wägt dann ab, welches Unternehmen wie viel Gas verbrauchen darf. Bereits erhobene Studien helfen dabei, die Verletzbarkeit von Lieferketten zu berücksichtigen, damit vor- und nachgelagerte Branchen von der Rationierung nicht unnötig in Mitleidenschaft gezogen werden. Über die Sicherheitsplattform Gas würden im Falle der Gas-Notfallstufe auch Abschalt- und Reduktionsverfügungen laufen.

EU-Plan zur Senkung der Gasnachfrage

Auf Vorschlag der EU-Kommission hat der Europäische Rat Anfang August 2022 die Verordnung zur Senkung der Gasnachfrage erlassen. Sie sieht für den Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 ein freiwilliges Einsparziel von 15 Prozent der Gasnachfrage vor. In der Verordnung ist die Möglichkeit vorgesehen, dass der Rat einen „Unionsalarm“ zur Versorgungssicherheit auslöst; in diesem Fall würde die Senkung der Gasnachfrage verpflichtend. Zudem werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, ihre nationalen Notfallpläne bis Ende September 2022 aktualisieren. Dabei sollen sie Maßnahmen benennen, mit denen sie ihre Gas-Nachfrage senken wollen.

Der europäische Plan zur Senkung der Gasnachfrage beruht auf drei Säulen:

  1. Umstieg vom Gas auf alternative Energieformen, um die Einschnitte für die Industrie möglichst gering zu halten
  2. Anreize, um den Verbrauch der Industrie durch Marktinstrumente zu senken
  3. Einsparungen bei Heizung und Klimatisierung

Ziel ist es, die Versorgung von Haushalten und systemrelevanten Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern zu sichern. Geschützt werden auch Branchen, die Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen, die für die Wirtschaft, die Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit der EU von zentraler Bedeutung sind. Dabei kann auch die temporäre Umstellung auf Kohle, Öl oder Kernenergie als vorübergehende Maßnahme erforderlich sein, vorausgesetzt ein langfristiges Festhalten an fossilen Brennstoffen wird vermieden. Fragen und Antworten zum EU-Plan „Gaseinsparungen für den Winter“ finden Sie hier.

Aktuelle Lage in Deutschland

Deutschland füllt seine Gasspeicher, die knapp ein Viertel des gesamten Bedarfs decken können, gegenwärtig auf. Die gesetzlich festgeschriebenen Speicherstände ( 80 Prozent 1. Oktober und 90 Prozent 1. November 2022) sind bzw. werden erreicht. Aktuell liegt der Wert bei 91 Prozent. Erste Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft aktuell ein Viertel weniger Gas verbraucht hat als im gleichen Vorjahresmonat.

Quelle: Bundesnetzagentur

HINWEIS: Die Unternehmensberatung Prognos hat - im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft - in einer Szenariorechnung untersucht, welche wirtschaftlichen Folgen eine Lieferunterbrechung des russischen Gases für die deutsche Industrie hätte. Weitere Informationen finden Sie hier.

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