02.08.22Berlin

Schirp: „Ausbildungsplatzabgabe wäre ein Irrweg und würde keine Probleme lösen“

UVB lehnt Eingriffe in den Lehrstellenmarkt ab

Die Unternehmen in Berlin sehen eine Ausbildungsplatzabgabe extrem kritisch. „Eingriffe in den Ausbildungsmarkt, wie sie Arbeitssenatorin Katja Kipping auf den Weg bringen will, sind gerade in der aktuellen Wirtschaftslage aberwitzig. Die branchenbezogene Umlage aus dem Koalitionsvertrag von Rot-Grün-Rot würde die Betriebe noch weiter belasten und einen völlig überflüssigen Bürokratieschub bedeuten", sagte Alexander Schirp, der stellvertretende UVB-Hauptgeschäftsführer. "Angesichts von Krieg, Energieknappheit, Inflation und Lieferschwierigkeiten steuern wir auf die tiefste Krise seit Jahrzehnten zu."

"Abgabe löst Nachwuchsprobleme der Wirtschaft nicht"

Überdies würde eine Ausbildungsplatzabgabe die Nachwuchsprobleme der Wirtschaft nicht lösen, befand er weiter. "Es mangelt in der Hauptstadt nicht an Ausbildungsplätzen, sondern an jungen Menschen, die sich für einen der mehr als 300 Lehrberufe entscheiden, ob Mechatronikerin, Bäcker, Fachinformatikerin oder Elektroniker. Mehr als 7.300 Plätze in Berlin und tausende im Brandenburger Umland sind kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres noch unbesetzt."

Viele tausend Stellen tauchen in der Statistik überhaupt nicht auf

Hinzu kämen die Stellen, die die Unternehmen bei den Arbeitsagenturen gar nicht erst zur Vermittlung melden. Auch die vielen Angebote in der Pflege, in Gesundheitsberufen oder im öffentlichen Dienst tauchten nicht in der Statistik auf.

"Was die Unternehmen brauchen, ist mehr Qualität in den Schulen", forderte der stellvertretende Verbandschef. "Zudem müssen die jungen Menschen besser auf das Berufsleben vorbereitet werden – durch eine intensivere und frühere Berufsorientierung. Verbesserungen auf diesen Feldern würden die Fachkräftesicherung tatsächlich voranbringen – eine  Ausbildungsplatzabgabe würde das nicht.“

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

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