21.01.21Berlin

Sozialpartner-Dialog in Brandenburg unterstreicht Vorteile des Home Office

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik beraten über Kampf gegen Corona

In Brandenburg haben sich Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik zum Sozialpartner-Dialog getroffen, um über aktuelle Themen zu sprechen. Im Mittelpunkt stand dabei die Bewältigung der Corona-Krise und die Ausweitung des mobilen Arbeitens. 

„Die Unternehmen arbeiten mit aller Kraft daran, trotz der Pandemie ihre Betriebe so gut es geht weiterzuführen und damit so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern", sagte Alexander Schirp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). "Sie kümmern sich darum, Infektionen in den Betrieben bestmöglich zu vermeiden. Neben umfangreichen Hygiene- und Abstandskonzepten spielen hier Regelungen zum mobilen Arbeiten eine wichtige Rolle."

"Viele Arbeitgeber haben gute Erfahrungen mit Home Office gemacht"

Fast alle Arbeitgeber machten ihren Beschäftigten bereits entsprechende Angebote, erklärte er weiter. "Zusammen mit unserem Sozialpartner haben wir kürzlich dazu aufgerufen, wo immer es geht Home Office noch auszuweiten. Viele Firmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten gute Erfahrungen damit gemacht."

Allerdings könnten durch Home Office auch Produktivität und Kreativität beeinträchtigt werden. Schirp: "Zudem gibt es Grenzen für mobiles Arbeiten, etwa für Beschäftigte im Gesundheitswesen, in der Produktion, bei Polizei, Feuerwehr oder in der öffentlichen Daseinsvorsorge."

Zeit nach der Pandemie im Blick behalten

Es gelte allerdings, auch die Zeit nach der Pandemie im Blick zu behalten. Der digitale Wandel und die Transformation in der Industrie blieben große Herausforderungen für die Unternehmen, befand der stellvertretende Hauptgeschäftsführer. "Es ist wichtig, dass sich der Sozialpartnerdialog weiter intensiv um das Thema Weiterbildung kümmert. Die Politik ist gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu unterstützen und sie nicht mit höheren Steuern und Abgaben oder zusätzlicher Bürokratie zu belasten.“

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg: „Es ist ein wichtiger Beitrag gegen Corona, wenn all diejenigen von Hause aus arbeiten, die das können, und sich nicht in volle Busse und Bahnen schieben. Auch nach der Krise kann Home Office Lebensqualität verbessern und Pendlerverkehre reduzieren – wenn die Bedingungen stimmen."

Wichtig sei, dass Arbeitsschutz und Arbeitszeitregelungen auch im Home Office gelten. Dafür brauche es einen rechtlichen Rahmen, der auch die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte stärke.

"Dort, wo weiterhin vor Ort gearbeitet werden muss, ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz konsequent zu gewährleisten. Gerade in kleinen Betrieben ohne Betriebsrat besteht oft noch Informations- und Nachholbedarf. Hier muss der öffentliche Arbeitsschutz unterstützen und kontrollieren.“

Fischer: Kontakte weiter einschränken

Auch Brandenburgs Arbeits-Staatssekretär Hendrik Fischer sprach sich für eine Ausweitung der mobilen Arbeit aus. "Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist es unerlässlich, Kontakte und Mobilität weiter einzuschränken. Das ist eine Notwendigkeit, die auch vor der Arbeitswelt nicht Halt macht."

Brandenburger Betriebe und Verwaltungen leisteten durch Home Office einen wichtigen Beitrag zur Pandemie-Bewältigung, erkannte er an. „Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin fest im Griff. Die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Branchen stellt sich unterschiedlich dar. Wie wichtig Sozialpartnerschaft gerade in der Krise ist, sehen wir an der außerordentlich positiven Wirkung der Kurzarbeit.“

Fischer, der das Treffen moderierte, bezeichnete den Austausch im Sozialpartnerdialog als hilfreich, um bessere Einblicke zu gewinnen und Strategien immer wieder zu überprüfen.

Das Thema Home Office lenke die Aufmerksamkeit einmal mehr auf den digitalen Wandel der Arbeit, sagte Fischer weiter. „Es ist unerlässlich, dass sich unsere Wirtschaft der Digitalisierung stellt. Viele Unternehmen haben die Chancen von digitalen Technologien erkannt und nutzen sie nicht mehr nur als unterstützende Werkzeuge, sondern für Marktinnovationen und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle."

Er sei sehr froh darüber, dass insbesondere Mittelständler in Fragen der Digitalisierung beim Brandenburger Zukunftszentrum kompetente Hilfe fäinden. Das Zukunftszentrum motiviert und inspiriert zu Veränderungsprozessen im Arbeitsalltag und steht Unternehmen, die sich in Sachen Digitalisierung auf den Weg machen, beratend zur Seite.

Fischer verwies darauf, dass Digitalisierungsvorhaben märkischer Unternehmen auch über das Programm „Brandenburgischer Innovationsgutschein“ (BIG) gefördert würden. Mit dem „BIG-Digital“ werden die Beratung von Unternehmen durch externe Fachleute sowie die Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben mit Hilfe neuer Hard- und Software, aber auch die Schulung von Beschäftigten gefördert.

Hintergrund zum Brandenburger Sozialpartnerdialog:

Der Brandenburger Sozialpartnerdialog wurde im November 2011 gegründet und kommt in der Regel zweimal im Jahr zusammen. An ihm beteiligen sich unter der Moderation des Arbeitsministeriums die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), der DGB Berlin-Brandenburg sowie Einzelverbände, Innungen und Einzelgewerkschaften aus Metall- und Elektroindustrie, Baugewerbe, Chemie, Handel, Logistik sowie Hotel- und Gaststättengewerbe. Gemeinsam wollen Land, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände die Tarifbindung stärken und Fachkräftesicherung mit Initiativen und Projekten wie der Brandenburger Sozialpartnerrichtlinie vorantreiben.

Hintergrund zum Brandenburger Zukunftszentrum:

Das „Zukunftszentrum Brandenburg für den digitalen Wandel“ unterstützt Unternehmen aller Branchen im digitalen und demographischen Wandel, spezifische Zusatzangebote gibt es für die Altenpflege und das Handwerk. Zielgruppe sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in ländlichen Regionen. Auf Basis eines sozialpartnerschaftlichen Ansatzes und des Leitbildes für „Gute Arbeit“ baut es auf den Brandenburger Strategien und Initiativen zur Digitalisierung und Fachkräftesicherung auf und kooperiert mit den relevanten Akteuren. Das Projekt ist zunächst bis Ende Juni 2022 befristet. Finanziert wird es mit 3,8 Millionen Euro aus dem vom Bundesarbeitsministerium verwalteten ESF-Programm „Zukunftszentren“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Bundes sowie des Landes Brandenburg. Projektträger und Konsortialführer ist das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb). Weitere Informationen zum Zukunftszentrum: www.zukunftszentrum-brandenburg.de

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind die Stimme der Wirtschaft in der Hauptstadtregion. Wir stehen für 60 Mitgliedsverbände aus allen wichtigen Branchen, von der Autoindustrie bis zur Startup-Branche. Als Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) setzen wir uns für die Belange der regionalen Wirtschaft auf Bundesebene ein. Unser ordnungspolitisches Leitbild ist die Soziale Marktwirtschaft mit einem funktionierenden Wettbewerb. Für uns sind unternehmerische Freiheit, ökonomische Leistungsfähigkeit und Verantwortung für das Gemeinwohl untrennbar miteinander verbunden.

Ihr Ansprechpartner zu den Themen Arbeit und Soziales

Alexander Schirp
Stellvertretender Hauptgeschäftsführer
Alexander
Schirp
Telefon:
+49 30 31005-106
Telefax:
+49 30 31005-190
E-Mail:
Schirp [at] uvb-online.de

Pressekontakt

Carsten Brönstrup
Abteilungsleiter Presse und Kommunikation, Pressesprecher
Carsten
Brönstrup
Telefon:
+49 30 31005-114
Telefax:
+49 30 31005-166
E-Mail:
Broenstrup [at] uvb-online.de